Rückrundenstart

Hertha bleibt auch ohne Langkamp selbstbewusst

Obwohl Herthas Abwehrchef auszufallen droht, ist die Vorfreude auf den Rückrundenstart beim Tabellendritten der Bundesliga ungetrübt.

Herthas Verteidiger Sebastian Langkamp wird von einer Verletzung im Oberschenkel geplagt

Herthas Verteidiger Sebastian Langkamp wird von einer Verletzung im Oberschenkel geplagt

Foto: Jan Kuppert/SVEN SIMON / picture alliance / Sven Simon

Berlin.  „So“, sagt Pal Dardai mit einem angedeuteten Lächeln, „es geht wieder los.“ Ein verbales In-die-Hände-Klatschen – die Vorfreude auf den Rückrundenstart ist Herthas Cheftrainer inzwischen deutlich anzumerken. Am Sonnabend (15.30 Uhr) empfangen die Berliner den FC Augsburg im Olympiastadion, eine Konstellation, die bei Dardai automatisch positive Gefühle wecken dürfte. Vor knapp fünf Jahren wurde Herthas Rekordspieler im Heimspiel gegen Augsburg ausgewechselt, ließ sich ausgiebig vom blau-weißen Anhang feiern und beendete anschließend seine eindrucksvolle Profi-Karriere. Ein Gänsehautmoment.

Das, was 2011 für Dardai das Ende seiner ersten Karriere markierte, markiert nun also den Neustart in seiner zweiten Laufbahn, der als Trainer. Ob sich bei Spielern und Fans auch am Sonnabend wieder die Härchen aufstellen, wird sich allerdings zeigen müssen. Knüpft Hertha an die Form der letzten Hinrundenwochen an, stehen die Chancen nicht schlecht.

„Wir wollen dahin kommen, wo wir aufgehört haben“, sagt Dardai dann auch mit Blick auf den Dezember. Drei Siege aus drei Spielen, acht Treffer bei nur einem Gegentor – Zahlen, die nicht zufällig entstanden. „Im Dezember haben wir mehr nach vorne verteidigt“, erklärt Dardai, der Herthas fußballerische Metamorphose mit dieser Taktik erfolgreich vorangetrieben hatte. Die Folge: Die Berliner spielten ihre Gegner phasenweise an die Wand.

Dardai reagiert gelassen auf Ausfälle

Zu Dardais Qualitäten zählt in dieser Saison auch, dass es ihm gelingt, Ausfälle fast ohne Reibungsverlust zu kompensieren. Dass mit Sebastian Langkamp (Oberschenkelverletzung) nun sein Abwehrchef auszufallen droht, registriert der Ungar daher gelassen. Heute soll der Innenverteidiger (28) erstmals wieder unter Volllast trainieren, erst danach fällt eine Entscheidung.

Die Alternativen hat Dardai bereits laut durchdacht. „Wir brauchen kopfballstarke Spieler“, sagt der Trainer, „die logische Lösung wäre deshalb Niklas Stark.“ Da Fußball aber nun mal keine Mathematik ist, erwägt Dardai auch eine zweite Variante: Fabian Lustenberger ins Abwehrzentrum zu beordern und stattdessen Tolga Cigerci oder Alexander Baumjohann im Mittelfeld aufzubieten. Die Botschaft des Trainers: Kein Langkamp, kein Problem.

Eine andere Personalfrage ist bereits endgültig geklärt. Torwart Rune Jarstein hob nach auskurierter Erkältung am Donnerstag endgültig den Daumen, er wird spielen. Ob Thomas Kraft als Nummer zwei bereitsteht, ist fraglich. Noch immer bereitet ihm seine Schulter leichte Probleme. Ob er einsatzfähig ist oder nicht, entscheidet sich heute.

„Kraft ist die Nummer eins, Jarstein spielt“

Fast beiläufig ließ Dardai übrigens die Sprachregelung für die Torwarthierarchie fallen: „Thomas ist die Nummer eins, aber Rune spielt.“ Das Vertrauen in Jarstein sei groß, der Norweger habe schließlich seinen Anteil daran, dass Hertha nach Bayern München die zweitbeste Defensive der Hinrunde stellte. Auch in der Torhüterfrage gilt: Weitermachen wie bisher. Damit der Anfang genauso erfolgreich verläuft wie das Ende.