Hertha BSC

Pal Dardai muss sich noch in Geduld üben

In drei Tagen startet Hertha in die Rückrunde. Doch noch ist offen, wer im Tor steht und wer den Abwehrchef gibt

Was soll ich machen? Für Pal Dardai gibt es noch ganz viele Fragezeichen

Was soll ich machen? Für Pal Dardai gibt es noch ganz viele Fragezeichen

Foto: Alex Grimm / Bongarts/Getty Images

Berlin.  Die Umstellung fiel nicht leicht. Trotz Pudelmütze, Handschuhen und langer Trainingskleidung reichte es Salomon Kalou. „Mann, ist das kalt, ich spüre meine Füße nicht mehr“, sagte der Torjäger von Hertha BSC nach dem Ende des ersten Trainings in Berlin.

Nach acht Tagen an der Mittelmeer­küste in der Türkei brauchte nicht nur der Ivorer etwas Zeit, um sich auf die ­Verhältnisse bei minus vier Grad und entsprechend glatten Bällen einzustellen.

Auch Trainer Pal Dardai gab seine Interviews vermummt wie ein Michelin-Männchen. In drei Tagen startet der Fußball-Bundesligist gegen den FC Augsburg in die Rückrunde (Sonnabend, 15.30 Uhr im Olympiastadion).

Wer geht ins Tor?

Die Anspannung steigt: Kann Hertha die Form aus der überragenden Hinrunde konservieren, die das Team mit starken 32 Punkten auf Rang drei beendet hat? Die Ungewissheit, mit ­welcher Form die Blau-Weißen aus der Winterpause kommen, wird durch ­Fragezeichen auf zwei Schlüsselpositionen verschärft: Mit welchen beiden Torleuten geht Hertha in den 18. Spieltag?

Und wer gibt gegen die kompakten, unbequem zu spielenden Augsburger den Abwehrchef? Bei Stammtorwart Rune Jarstein ist seine ­Erkältung, die er sich am Ende des Trainingslagers in der Türkei zu­gezogen hatte, noch nicht vollständig ­abgeklungen.

Am Dienstag spulte der Norweger eine Art Schonprogramm mit Torwarttrainer Zsolt Petry ab. Als das Mannschaftstraining begann, war Jarstein bereits in der Kabine verschwunden. Thomas Kraft leidet auch vier Monate nach dem Zusammenprall in Wolfsburg unter den Nachwirkungen seiner Schulterprellung.

Immerhin mischte Kraft im Training mit den Torwart-Youngstern Nils Körber (19), Leon Schaffran und Denis Smarsch (beide 17) mit. Kraft räumt aber ein, dass er bei Aktionen auf seiner linken Seite noch nicht vollständig fit sei.

Trainer Dardai sagte: „Zur Not ist auch Thomas bereit. Ich hoffe, dass Rune am Mittwoch trainieren kann. Wir brauchen danach ein ­ehrliches Torwart-Gespräch.“ Kurios: Der einzige pumperlgesunde Torsteher ist Körber. Aber der hat die Vorbereitung im milden Klima von Belek verpasst, weil er mitten in den Vorbereitungen für sein ­Abitur steckt.

Wer dirigiert die Abwehr?

Genauso wenig ist derzeit die Frage zu beantworten, wer die Hertha-Abwehr dirigiert. Sebastian Langkamp wurde sowohl behandelt als auch eingehend am maladen rechten Oberschenkel untersucht. Ist es eine Muskelverhärtung, eine Zerrung oder ein Faserriss? Im ersten Fall ist ein Einsatz gegen Augsburg vielleicht möglich. In den anderen ­beiden dagegen nicht.

Der Trainer setzt auf das Prinzip Eigenverantwortung. „Sebastian ist ein erfahrener Spieler, der mit Verletzungen ehrlich umgeht. Wenn Sebastian sagt, es geht, spielt er.“ Gleichzeitig sagte Dardai, dass er als Trainer keinen Spieler mit einer Muskelverletzung zu einem Einsatz nötigen werde. „Dann geht es doch nicht, und wir müssen ­vielleicht nach 15 Minuten wechseln.“

Sollte Langkamp ausfallen, wollte sich der Trainer nicht festlegen, wer zum Einsatz kommt. „Grundsätzlich bin ich ein Freund ­davon, eins-zu-eins zu wechseln“, sagte Dardai. Dann würde Niklas Stark die ­Innen­ver­tei­diger-Position übernehmen.

Im gleichen Atemzug führte der Coach jedoch aus, dass Kapitän Fabian Lustenberger vom defensiven Mittelfeld zurückrutschen könnte in die Abwehr. Stattdessen würde entweder Tolga Cigerci oder Alexander Baumjohann neu in die Startelf ­kommen.

Nach vier Wochen Vorbereitung ­hätte Dardai gern seine Formation ­fertig. Aber Geduld und die Fähigkeit kurzfristig zu reagieren, gehören zum Trainer-Anforderungsprofil.