Trainingslager

Auf Hertha warten in Belek gleich fünf Pokerrunden

Hertha will im Trainingslager im türkischen Belek den Rhythmus aus der Hinrunde wieder aufnehmen. Und am Kader für die Zukunft bauen.

Trainer Pal Dardai eröffnet den Kampf um die Stamplätze

Trainer Pal Dardai eröffnet den Kampf um die Stamplätze

Foto: Soeren Stache / dpa

Berlin.  Ein Grinsen konnte sich Pal Dardai nicht verkneifen. „Dass wir uns um fünf Uhr morgens treffen, ist doch wunderbar“, sagte Herthas Cheftrainer, „das war immer meine Zeit beim Militärdienst in Ungarn.“ Seine Spieler fanden die unchristliche Abflugzeit am Sonntag (6.25 Uhr) zwar weniger amüsant, blickten dem einwöchigen Trainingslager in Belek ansonsten aber positiv entgegen. „Blauer Himmel und Sonne sind immer nett“, sagte Mittelfeldspieler Per Skjelbred. Tschüss Berliner Winter, hallo türkische Riviera.

Ab heute also tauscht der Hertha-Tross Kälte, Schnee und Matsch gegen angenehmere Bedingungen. Etwas Regen ist zwar auch in Belek vorhergesagt, dafür bewegen sich die Temperaturen aber zwischen angenehmen 13 bis 17 Grad.

Neu ist die Unterkunft: Nach vier Jahren im Cornelia Diamond Ressort bezieht der Bundesligist erstmals das Gloria Golf Ressort. „Wir hatten schon im letzten Jahr das Gefühl, dass es an der Zeit für etwas Neues war“, sagt Manager Michael Preetz, „wir wollten einen neuen Reiz setzen.“ Die Kosten für das Trainingslager bewegen sich mit rund 35.000 Euro im Bereich der Vorjahre.

Jeder Spieler erhält eine Chance

Die Rahmenbedingungen sollen stimmen, klar, doch inzwischen hat die sportliche Leitung ihr Augenmerk längst auf das Wesentliche gerichtet. Zum Spaß fliegt schließlich kein Team in die Sonne – auf Dardai und Preetz wartet jede Menge Arbeit. „Wir haben viele Testspiele organisiert, damit alle ihre Einsätze bekommen“, erklärt der Trainer. Die Botschaft ist klar: Jeder Spieler erhält eine Chance, egal ob lange verletzte Rückkehrer wie Torwart Thomas Kraft und Rechtsverteidiger Peter Pekarik oder Talente wie der gerade erst verpflichtete Sinan Kurt. Der Kampf um die Stammplätze hat begonnen.

Im „Sun-Express-Cup“ trifft Hertha auf Hannover 96 (Montag, 16.30 Uhr, Sport1) und den VfL Bochum (Mittwoch (19 Uhr, Sport1). Mit Borussia Mönchengladbach (Dienstag, 17.30 Uhr) wartet zudem ein echter Härtetest, ehe es abschließend gegen den FC Vaduz aus Liechtenstein geht (Sonnabend, 15 Uhr). Co-Trainer Rainer Widmayer: „Wir wollen den Rhythmus wieder aufnehmen, den wir vor der Winterpause hatten.“

Preetz wird die Zeit in Belek nutzen, um an Herthas Zukunft zu bauen. Vorrangig geht es dabei um Tolga Cigerci (23) und John Brooks (22). Beide haben Verträge bis 2017, beide will Hertha halten. Auch mit Fabian Lustenberger (27) und Per Skjelbred (28), deren Arbeitspapiere ebenfalls nächstes Jahr enden, sowie Mitchell Weiser (21, Vertrag bis 2018) sind Gespräche geplant.