Bundesliga

Gegenbauer will bis 2020 Hertha-Präsident bleiben

Der Unternehmer, seit 2008 Präsident des Hauptstadt-Klubs, erklärt sich auf der Mitgliedersammlung an diesem Montag unterm Funkturm.

Die Führungsriege von Hertha mit Präsident Werner Gegenbauer (von r. nach l.), Manager Michael Preetz und Finanz-Chef Ingo Schiller bei „Hertha im Dialog“

Die Führungsriege von Hertha mit Präsident Werner Gegenbauer (von r. nach l.), Manager Michael Preetz und Finanz-Chef Ingo Schiller bei „Hertha im Dialog“

Foto: Florian Pohl / City-Press GbR

Berlin.  Die Antwort war kurz und klar: „Ich habe mich entschieden, werde mich jetzt aber nicht äußern. Fragen Sie in einem halben Jahr noch mal.“ So hieß es im Sommer. Sechs Monate später sagte Werner Gegenbauer, der Präsident von Hertha BSC, der Morgenpost mit Blick auf die heutige Mitgliederversammlung: „Ich möchte es zuerst den Mitgliedern mitteilen.“

Die Frage auf der Versammlung ab 19 Uhr in der Messehalle 20 (Eingang Nord, Hammarskjöldplatz) ist eine wichtige für den Fußball-Bundesligisten: Tritt Gegenbauer, 65, bei der anstehenden Präsidiumswahl im Mai 2016 an? Nach den klaren Signalen, die die Morgenpost aus den Schlüsselgremien des Klubs hat, ist die Antwort eindeutig: Ja, Gegenbauer wird ein drittes Mal kandidieren, diesmal für die Amtszeit von 2016 bis 2020.

Der Präsident als Türöffner

Seit dem Jahr 2000 ist Gegenbauer der starke Mann bei Hertha, zunächst im Aufsichtsrat, seit 2008 als Präsident. Nach Jahren der Achterbahnfahrten zwischen Ober- und Unterhaus erlebt Hertha derzeit eine seltene Phase der Ruhe. Einer, der es wissen muss, sagte der Morgenpost: „Werner Gegenbauer hat bei Hertha, obwohl es teilweise massiven Gegenwind gab, auf den Faktor Stabilität gesetzt. Das zahlt sich nun aus. Jetzt ist es sein Ziel, Hertha langfristig zu etablieren.“

In der Öffentlichkeit tritt Gegenbauer eher selten auf. Sein interner Einfluss bei wichtigen Personal- oder Finanzentscheidungen ist jedoch nicht hoch genug einzuschätzen. Wenn etwa das Private-Equity-Unternehmen KKR (New York) überlegt, beim Hauptstadt-Klub zu investieren, ergeht der Wunsch an den Verein, den Präsidenten kennenzu­lernen. So wollte es auch der deutsche Milliardär Horst Pudwill, der seit Jahrzehnten in Hongkong lebt. Resultat: KKR investierte bei Hertha 61,2 Millionen Euro, Pudwill zeichnte Genussscheine für sechs Millionen.

Hertha benötigt weiteren Investoren

Bekanntlich sucht der Bundesligist einen weiteren strategischen Partner für die verbleibenden 16,6 Prozent der Aktien-Anteile. Bei „Hertha im Dialog“ am vergangenen Mittwoch hatten Finanzchef Ingo Schiller und Manager Michael Preetz darauf hingewiesen, dass Hertha für steigende sportliche Ansprüche ­zusätzliche Einnahmen benötigt. Hier sind die Dienste von Gegenbauer auch künftig gefragt.

Wie zu hören ist, haben die aktuellen Schwierigkeiten der Unternehmensgruppe Gegenbauer – Werner Gegenbauer ist Vorsitzender des ­Aufsichtsrates – als ­Sicherheitsdienst bei der Lageso in ­Moabit keine Auswirkungen auf das Engage­ment des Präsidenten bei Hertha.