Bundesliga

Hertha unterliegt in Wolfsburg 0:2

Eine gute Hertha verliert durch zwei Tore des Stürmers Bas Dost in Wolfsburg 0:2. Kraft und Langkamp verletzt.

Hertha zieht geschlagen vom Platz

Hertha zieht geschlagen vom Platz

Foto: Peter Steffen / dpa

Wolfsburg.  Am Ende gab es das, was kein Trainer mag: reichlich Komplimente vom siegreichen Gegner. „Hertha ist eine Mannschaft, die richtig schwer zu spielen ist“, sagte Dieter Hecking, sein Kollege vom VfL Wolfsburg. „Sie haben einen guten Spielaufbau. Den wollten wir verhindern, aber das ist uns nicht immer gelungen.“ Pal Dardai saß neben ihm und schaute in die Ferne. Für die Freundlichkeiten auf der Pressekonferenz konnte Hertha sich nichts kaufen. Trotz einer guten Leistung unterlagen die Berliner beim Pokalsieger durch die Treffer von Bas Dost (76. und 88. Minute) mit 0:2 (0:0). Damit nicht genug: Gegen den 1. FC Köln, den Hertha am Dienstag empfängt, werden wohl Torwart Thomas Kraft und Abwehrchef Sebastian Langkamp fehlen, die beide verletzt ausgewechselt wurden.

Berliner hätten einen Elfmeter bekommen können

Dardai reagierte auf die Verletzungsausfälle unter der Woche, diesmal von John Brooks und Roy Beerens, mit Umstellungen. Außerdem begann für den formschwachen Salomon Kalou Vedad Ibisevic. Der Neue aus Stuttgart stand zum ersten Mal nach 224 Tagen in einer Anfangsformation. Auch Tolga Cigerci durfte nach 511 (!) Tagen endlich mal wieder beim Anpfiff auf dem Platz stehen. Das Motto war klar: Unangenehm sein, dem Champions-League-Starter den Spaß nehmen. Bis zur Pause kamen die Gäste auf starke 61 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Hertha ging auch zielgerichtet zum Tor. So konnte VfL-Torwart Diego Benaglio drei Berliner Chancen jeweils nur auf Kosten eines Eckballs klären, bei einem 16-Meter-Schuss von Valentin Stocker (17.), bei einem Ibisevic-Fallrückzieher (18.) und Cigercis Schlenzer von der Strafraumgrenze (45.+2).

Die Hausherren hatten zwar mehr Ballbesitz, aber zunächst wenig Durchschlagskraft. Eine Chance für Nicklas Bendtner, der übers Hertha-Tor schoss (8.), ein Hechtkopfball von Naldo am Hertha-Tor vorbei (16.) – für lange Zeit rannten sich die Wolfsburger in der engmaschigen Berliner Defensive fest.

Doch wie immer in Wolfsburg ging es hart zur Sache. Langkamp war, während die zweite Hälfte lief, ebenso auf dem Weg ins Krankenhaus wie Kraft. Der Abwehrchef hatte sich bei einem Zweikampf mit Wolfsburgs Josuha Guilavogui am Sprunggelenk verletzt (43.). Kraft bekam in der unmittelbar folgenden Aktion beim Herauslaufen den Ellenbogen von Naldo in die Schulter und musste zur Pause ausgewechselt werden. Beide traten aber später gemeinsam mit ihren Teamkollegen die Heimreise an. Jedenfalls kam Ersatzkeeper Rune Jarstein zu seinem Saisondebüt, als neuer Innenverteidiger war fortan Niklas Stark im Einsatz.

Folgerichtig wurde der Druck des VfL größer. Jarstein rettete mit einer starken Parade bei einem Schuss von Julian Draxler (64.). Eine Minute später lenkte der norwegische Nationaltorwart einen Draxler-Kopfball über die Latte. Hertha tat sich nun schwerer, offensiv zu werden. Und hatte Pech. Als Ibisevic im VfL-Strafraum von Naldo abgegrätscht wurde, ohne dass der Wolfsburger den Ball spielte, blieb der fällige Elfmeterpfiff aus (68.).

Wenig später wurde ein Konter der Gäste vom VfL abgefangen. Und Hertha selbst ausgekontert. Durch einen Lupfer von Maximilian Arnold standen auf einmal drei Wolfsburger allein vor dem Berliner Tor. Dost nutzte die Chance eiskalt, 0:1 (76.). „Da waren wir naiv“, sagte Dardai kopfschüttelnd. „Wir gehen mit sieben Spielern in einen Angriff. Wenn man das macht, darf das nicht schief gehen.“

VfL-Trainer Hecking ärgert sich über seinen Torjäger

Kurz vor Schluss unterstrich Dost seinen Ruf als Hertha-Schreck. Wie im Februar, als er beide Tore gegen die Blau-Weißen erzielt hatte (2:1), schnürte er einen Doppelpack. Draxler sank nach einem Körperkontakt mit Kapitän Lustenberger zu Boden. Elfmeter. Den verwandelte Dost, 0:2 (88.). Trotz der Tore wurde der Niederländer, erst nach 71 Minuten eingewechselt, abgestraft. „So wie Bas zuletzt rumgelaufen ist, als hätte man ihm sein Spielzeug weggenommen, das geht nicht“, zürnte VfL-Coach Hecking. „Das ist Egoismus. Wenn Bas meint, dass das der richtige Weg ist, dann ist er hier falsch.“ Dost hatte sich geärgert, weil er nicht in der Startelf gestanden hatte.

Dardai versuchte, trotz der zweiten Saison-Niederlage Optimismus zu verbreiten: „Dienstag werden Thomas und Sebastian vermutlich nicht spielen können. Aber das macht nichts. Wir haben genügend gute Spieler. Wenn es nicht reicht, holen wir noch einen aus der Jugendabteilung“, sagte der Ungar.