Fußball-Karriere

Lell in der Kreisklasse, was ist mit der Hertha-Sperre?

Der TSV ­Weyarn aus dem Landkreis Miesbach will Lell nun in der Kreisklasse 2 einsetzen. Bisher fehlt die Spielberechtigung vom DFB.

Christian Lell, von 2010 bist 2012 bei Hertha BSC, hat sich dem TSV ­Weyarn in der Kreisklasse 2 im Landkreis Miesbach angeschlossen

Christian Lell, von 2010 bist 2012 bei Hertha BSC, hat sich dem TSV ­Weyarn in der Kreisklasse 2 im Landkreis Miesbach angeschlossen

Foto: Peter Steffen / dpa

München.  Im Rückblick ist es nicht genau zu sagen, wann der Abstieg begann: War es in jenem desaströsen Champions-League-Spiel im April 2009, als Christian Lell in seinem ersten und einzigen Spiel als Linksverteidiger ranmusste, sein Gegenspieler Lionel Messi hieß und die Bayern beim FC Barcelona mit 0:4 untergingen? Oder war es im Sommer 2010, als Lell von Trainer Markus Babbel zum damaligen Zweitligsten Hertha BSC geholt wurde - von wegen Bayern-Gen und so. Oder war es jene Nacht im Mai 2012 beim skandalösen Relegations-Rückspiel von Hertha bei Fortuna Düsseldorf (2:2/Hertha stieg damals in die Zweite Liga ab)?

Lell ­wurde im Nachgang vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) gesperrt wegen Beleidigungen gegen Schiedsrichter Wolfgang Stark sowie gegen den damaligen Düsseldorfer Verteidiger Assani Lukimya, den Lell attackiert und bespuckt haben soll. Lell bestreitet das.

Lell will „einfach nur noch kicken“

Gut möglich, dass diese fünf-Spiele-Sperre jetzt noch mal Thema ist. Lell, mittlerweile 31, wurde beim TSV ­Weyarn im Landkreis Miesbach als Neuer vorgestellt. Lell, Deutscher Meister und Pokalsieger mit dem FC Bayern 2008 und 2010 will künftig in der Kreisklasse 2 spielen. „Ich habe ein paar Mal mittrainiert, die Jungs sind klasse. Das passt alles“, sagte Lell dem Miesbacher Merkur zu seinem sportlichen Abstieg. Er wolle „jetzt einfach nur kicken. Alles weitere wird sich ergeben“.

Dass er künftig nicht mehr beim FC Bayern oder wie zuletzt in der Primera Divison mit UD Levante gegen den FC Barcelona spielt, ist Lell egal. „So weit hab’ ich jetzt noch nicht gedacht. Für mich war wichtig, dass es hier regional ist, und dass ich bei meiner Familie sein kann. Insbesondere bei meiner Tochter“, sagte der Defensivspieler.

Lell und die Sperre vom Relegations-Rückspiel in Düsseldorf

Wenn der DFB das Spielrecht erteilt, soll Lell am Sonntag im Heimspiel des TSV Weyarn gegen den TSV Brunnthal sein Debüt feiern.

Man darf gespannt sein, ob es so einfach wird. Lell hat seine Sperre von ­jenem Relegationsrückspiel in Deutschland nie abgesessen. Er war 2012 Hals über Kopf von Hertha zu UD Levante nach Spanien gewechselt und hatte in der Primera Division von ­Saisonbeginn an gespielt.

Seit Januar 2014 hat Lell nicht mehr professionell gespielt

Auch sein Angestellten-Verhältnis in Spanien war unter eigentümlichen ­Umständen zu ende ­gegangen. Seit der Vertragsauflösung in Levante im ­Januar 2014 stand Lell bei keinem Klub mehr unter Vertrag.