Hertha BSC

Rune Jarstein steckt fest in Herthas Torwart-Hinterland

Rune Jarstein ist norwegischer Nationaltorwart aber bei Hertha mittlerweile nur noch Nummer drei. Weil nun auch noch Nachwuchskeeper Marius Gersbeck zurückkehrt, muss er über seine Zukunft nachdenken.

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Neulich, als Rune Jarstein nach einer Verletzungspause mal wieder auf den Schenckendorffplatz joggte, da muss sich der norwegische Nationaltorwart vorgekommen sein, wie beim Eintreten in eine bereits hochgestuhlte Kneipe. Nun ist es ohnehin nicht so, dass Jarstein immer mittendrin gewesen wäre, wenn es bei den Berlinern hoch her ging. Aber der 30-Jährige war zumindest immer dabei: als zweiter Mann hinter Stammtorwart Thomas Kraft.

Nun aber kam Jarstein fünf Wochen nach einem Fingerbruch zurück, und unterdessen hat sich seine Situation radikal verschlechtert. Bei Hertha haben sie nämlich ohne ihn den Aufschwung gefeiert. Seit der Amtsübernahme von Trainer Pal Dardai hat sich in der Torwarthierarchie nahezu unbemerkt einiges verschoben: Sascha Burchert ist nun die Nummer zwei hinter Kraft, der 37-fache Nationalspieler Jarstein nur noch dritter Mann.

Gersbeck trainiert wieder mit den Profis

Und dazu hat sich am vergangenen Wochenende auch noch ein weiterer Torwart zurückgemeldet: Marius Gersbeck gab in Herthas U23-Team gegen Plauen (1:1) nach acht Monaten Verletzungspause sein Comeback. Am Dienstagnachmittag trainierte er wieder mit dem Profiteam. Der 19-Jährige gilt ja seit seinem formidablen Auftritt gegen Dortmund im Dezember 2013, bei dem er die Berliner zum 2:1 führte, als Mann der Zukunft. Jarstein steckt nun fest im Torwart-Hinterland zwischen Kraft/Burchert und Gersbeck.

„Ich bin wieder fit und hoffe, dass ich gegen Köln am Sonnabend in den Kader zurückkehre“, sagt Jarstein. Wahrscheinlich ist das aber nicht. „Man ändert auch auf der zweiten Position im Tor nicht gern etwas, wenn man erfolgreich ist“, sagt Herthas Torwarttrainer Richard Golz. Burchert habe gut trainiert und bei seinem Kurzeinsatz gegen Stuttgart, als Kraft in der Schlussphase benommen vom Feld musste, bewiesen, dass er jederzeit bereit sei.

Burchert sichert sich Platz zwei hinter Kraft

„Es ist ziemlich eng gerade hinter Thomas“, sagt Golz. „Für Rune ist die Situation nicht einfach, aber er geht sehr professionell damit um.“ Jarstein kam im Januar 2014, um sich bei Hertha eigentlich für die Nummer eins zu empfehlen. Als das nicht klappte, war wenigstens Platz zwei akzeptabel. Zweimal durfte er Kraft vertreten. Nun aber ist er davon weit entfernt, und Gersbeck wird im Sommer endgültig zurückkehren. „Marius spielt bis Saisonende in der U23. Wir wollen ihn behutsam aufbauen“, sagt Golz.

Für Jarstein sind das nicht die besten Aussichten. „Jeder denkt über seine Zukunft nach. Ich auch“, sagt er. „Aber jetzt versuche ich erst einmal, wieder in den Kader zu kommen.“ Jarsteins Vertrag läuft bis 2016. Völlig ausgeschlossen ist es aber nicht, dass er Hertha schon im Sommer verlässt. Bisher sagt er: „Im Fußball kann es schnell gehen.“ Schnell raus, aber auch schnell wieder rein ins Team. Und vielleicht ist die Party in Berlin für ihn dann noch nicht beendet.