Bundesliga

Dardai verspricht - „Wir machen es besser als Real Madrid“

Der Hertha-Trainer prophezeit, dass der FC Schalke im Olympiastadion keine vier Tore schießen wird. Um zu gewinnen, muss Hertha die Offensive verbessern. Kraft und Cigerci sind wieder im Training.

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Pal Dardai reichte es. Angriff auf Angriff hatte er seine Profis üben lassen, die Gegenspieler standen nur in Form von zehn in den Boden gesteckten Dummies im Weg. Dennoch führte kaum eine der Kombinationen zu einem Treffer. „Kein Kindergarten, keine Liegestütze“, brüllte Dardai über den Platz. „Wenn es in den nächsten drei Angriffen kein Tor gibt, zahlt jeder von Euch fünf Euro in die Mannschaftskasse.“

Bei zehn beteiligten Feldspielern lag der Einsatz also bei 50 Euro. Mittelfeldspieler Marcel Ndjeng meldete Bedenken an: „Trainer, ich will heute noch Tanken.“ Nichts da, die Wette galt. Und wenn’s ums Geld geht, ist die Konzentration der Kicker von Hertha BSC hoch.

Von den nächsten vier Angriffen, Ballstafetten die in der Verteidigung begannen, durchs Mittelfeld liefen und vorn von Sandro Wagner, Valentin Stocker oder Salomon Kalou abgeschlossen wurden, landeten drei im Netz. Jeder Treffer wurde demonstrativ und lautstark gefeiert.

Nur zwölf Tore in zwölf Heimspielen

Der Hintergrund ist ein ernster. Hertha empfängt am Sonnabend den FC Schalke (15.30 Uhr, Olympiastadion). Schade nur, dass die Heimmannschaft sich häufig schwer tut.

Gerade zwölf Tore hat Hertha in zwölf Heimspielen erzielt. Die Gäste werden nach dem überragenden Champions-League-Auftritt bei Real Madrid (4:3) mit viel Selbstbewusstsein anreisen. „Das war eine starke Leistung von Schalke“, sagte Herthas Angreifer Roy Beerens. „Uns erwartet ein schwieriges Spiel, aber in der Bundesliga wird es anders als in Madrid.“ Hertha hat zuletzt eine Mini-Serie gestartet mit vier Punkten gegen Augsburg (1:0) und Stuttgart (0:0). Die soll gegen Schalke ausgebaut werden. Grundlage wird erneut eine funktionierende Defensive sein. „Aber wir müssen auch die richtige Balance in der Offensive finden“, sagt Beerens. Herthas Vorwärtsgang litt in der bisherigen Saison darunter, das keine Mannschaft so wenig Bälle nach vorn bringt, so wenig Chancen herausspielt wie die Berliner.

Kalou trifft auf seinen Erfolgstrainer Roberto Di Matteo

Daran, das zu ändern, liegt der Trainingsschwerpunkt in dieser Woche. Cotrainer Rainer Widmayer hat die Mannschaft wieder und wieder Dreiecke üben lassen. Der Ball soll entweder diagonal oder steil nach vorn gespielt werden. Querpässe hingegen sind strikt untersagt. „Wir haben fünf Wochen die Defensive verbessert und an der Dynamik gearbeitet“, sagt Dardai, „wir werden jetzt nicht nach drei Trainingseinheiten von einer Kontermannschaft zu einer Ballbesitz-Mannschaft werden.“

Torjäger Kalou wird seinen Erfolgstrainer wiedertreffen. Der FC Chelsea gewann 2012 das Champions-League-Finale gegen den FC Bayern. Trainer damals war Roberto Di Matteo, jetzt Trainer des FC Schalke, Kalou stand im „Finale dahoam“ in der Startelf bei Chelsea. „Wir müssen uns auf uns konzentrieren“, sagte Kalou. „Wir wollen die Distanz zu den Abstiegsplätzen vergrößern. Wir wollen Sonnabend drei Punkte.“ Dardai sagte zwar, dass Schalke in Madrid „gut gespielt hat. Aber wir werden besser gegen den Ball arbeiten als Real.“. Und verspricht: „Schalke wird gegen uns keine vier Tore schießen.“

Dardai: Ich akzeptiere keine Ein-Tages-Verletzung

Die beiden Sorgenkinder der vergangenen Tage waren Mittwoch wieder dabei: Thomas Kraft scheint es gut zu gehen. Der Torwart stürzte sich trotz just überstandener Gehirnerschütterung in Kopfball-Duelle außerhalb des Strafraums.

Auch Tolga Cigerci mischte wieder mit. Der kreative Mittelfeldspieler hatte am Dienstag wegen seiner Zehenprobleme gepasst, die ihn zuletzt zehn Monate lang außer Gefecht gesetzt hatten. Trainer Dardai sagte dazu: „Für den Kopf von Tolga war es wichtig, noch mal vom Arzt bestätigt zu bekommen, dass sein Fuß o.k. ist. Aber grundsätzlich bin ich nicht einverstanden mit Ein-Tages-Verletzungen.“