Trotz Bahnstreik

Herthas Sonderzug fährt Fans zum Spiel gegen Schalke

Die Bahn streicht wegen des Lokführer-Streiks alle Sonderzüge. Ausnahme: Der Zug für die Fans von Hertha BSC, die am Sonnabend zum Spiel nach Gelsenkirchen fahren wollen. Das habe die Bahn zugesagt.

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Der Streik der Gewerkschaft der Lokführer (GDL) trifft auch eine Gruppe hart, die in schöner Regelmäßigkeit auf die Deutsche Bahn zurückgreift: Fußballfans. Jedes Wochenende reisen rund 100.000 Anhänger zu den Spielen ihrer Mannschaften in der Bundesliga, der Zweiten und der Dritten Liga. Häufig werden zu diesem Zweck Sonderzüge eingesetzt. So ist es auch für das Bundesliga-Auswärtsspiel des Berliner Klubs Hertha BSC gegen den FC Schalke 04 an diesem Sonnabend in Gelsenkirchen (Anpfiff: 18.30 Uhr) geplant. 750 der in der Schalker Arena erwarteten 2144 Hertha-Fans wollen an diesem Sonnabend um 9.24 Uhr vom Bahnhof Lichtenberg (10.11 Uhr vom Bahnhof Charlottenburg) per Sonderzug ins Ruhrgebiet reisen.

Am Freitagmittag aber kam die Meldung, dass aufgrund des Lokführerstreiks alle Sonderzüge gestrichen wurden, für die es laut GDL „keine Sondervereinbarungen“ gibt: „Die An- und Abreise der Fans zu den Stadien kann durch die DB nicht sichergestellt werden“, hieß es in einer Mitteilung der Deutschen Bahn. Auf Herthas Sonderzug nach Gelsenkirchen treffe das aber nicht zu, sagte Herthas Fanbeauftragter Donato Melillo der Berliner Morgenpost: „Uns wurde zugesichert, dass der Sonderzug fahren wird.“ Und auch von der Bahn hieß es: „Wir versuchen, Lokführer zu organisieren. Für den Hertha-Zug sieht es gut aus“, sagte ein Sprecher. Die Bahn ist Hauptsponsor bei Hertha. Der Berliner Klub erhält pro Saison rund vier Millionen Euro.

Die Mannschaft von Hertha BSC reiste schon am Freitag um 15.02 Uhr vom Bahnhof Spandau aus per ICE Richtung Essen. Dort wollte sie ein Hotel beziehen und sich auf das Spiel vorbereiten. Aufgrund des bis Montagfrüh angekündigten Streiks entschied sich die Klubführung allerdings für eine Rückreise am Sonntagmorgen von Düsseldorf aus per Flugzeug.

Anhängern des 1. FC Union drohen Verkehrsprobleme

Obwohl ihr Verein ein Heimspiel hat, müssen sich auch die Anhänger des 1. FC Union am Sonnabend auf erhebliche Verkehrsprobleme einstellen: Bei der Anreise zur Partie des Berliner Zweitligaklubs gegen den SV Sandhausen in der Alten Försterei (Anpfiff: 13 Uhr) kommt es zu Einschränkungen. Zum abweichenden Betriebsablauf bei der S-Bahn ist auf der Linie S3, für die die S-Bahn einen Notfahrplan mit 20-minütiger Taktung nur in Aussicht gestellt hat, zwischen den Bahnhöfen Karlshorst und Köpenick lediglich ein Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen eingerichtet.

Der SEV fährt vom S-Bahnhof Karlshorst über die Haltestelle FEZ Wuhlheide zum S-Bahnhof Köpenick und soll im Zehn-Minuten-Takt verkehren. Besucher des Spiels, die den SEV nutzen, müssten am FEZ Wuhlheide aussteigen und von dort die gut zwei Kilometer zum Stadion zu Fuß gehen.