Zweite Liga

Hertha BSC wird seinen teuersten Spieler nicht los

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Die Berliner wollen Ramos verkaufen, am besten bis zum Ende der aktuellen Transferperiode am Freitag. Doch es fehlt das passende Angebot.

Die größte Sorge galt zuletzt Roman Hubnik. Herthas Innenverteidiger hatte beim ersten Saisonsieg der Berliner gegen Regensburg (2:1) am Freitag verletzt ausscheiden müssen. Diagnostiziert wurde eine leichte Gehirnerschütterung bei dem Tschechen, und die stört ihn offenbar nicht mehr. „Alles okay“, sagte er, nachdem er zuvor das Montagstraining mit der Mannschaft mitgemacht hatte. Zumindest bei Gymnastik und Laufen, denn Bälle gab es diesmal nicht, traten keine Probleme auf, obwohl der 28-Jährige etwas früher Schluss machte als der Rest der Truppe.

Der erste Erfolg hatte bei einigen Akteuren seine Spuren hinterlassen. Mittelfeldspieler Änis Ben Hatira war nach dem freien Tag ebenso absent bei der Übungseinheit wie Angreifer Sandro Wagner, beide plagen sich mit Prellungen, der eine am Sprunggelenk, der andere am Zeh. Beide sollten aber am Dienstag wieder dabei sein. Torhüter Thomas Kraft, der nach seiner abgelaufenen Sperre am Montag im Derby gegen den 1. FC Union wieder spielberechtigt ist, fehlte auch. Er hatte sich vergangene Woche einen Hexenschuss zugezogen. „Ich gehe noch nicht davon aus, dass er am Dienstag wieder dabei ist“, sagte Trainer Jos Luhukay. Definitiv ausfallen wird Mittelfeldspieler Marvin Knoll, er verletzte sich beim U23-Spiel in Rathenow am Wochenende an der rechten Bizepssehne im Bein. „Es ist eine Sehnen- und Muskelreizung, Marvin wird drei bis vier Wochen fehlen“, sagt Luhukay.

Sechs Millionen für Ramos

Ansonsten hielt sich der Trainer diesmal sehr bedeckt. Der Niederländer hatte angekündigt, mit der Mannschaft vor dem Training ein paar Problemfelder durchzusprechen, da ihm gegen Regensburg unter anderem die Leichtigkeit im Spiel gefehlt habe und zu wenige Chancen herausgearbeitet worden seien. Die große Analyse gab es auch. Aber: „Über die Auswertung habe ich nichts zu sagen.“

Dies gilt auch bei Adrian Ramos. Bei dem Stürmer gibt es keinen neuen Stand, was auch Manager Michael Preetz bestätigt. Für den Kolumbianer, den Hertha gern verkaufen möchte – am besten bis zum Ende der aktuellen Transferperiode am Freitag – fehlt das passende Angebot. „Es waren einige Mannschaften an ihm interessiert, aber die hatten nicht die finanziellen Ressourcen“, sagt Berater Helmuth Wennin. Hertha soll gut sechs Millionen Euro für den Wechsel des Spielers anstreben, der mit etwa 1,5 Millionen Gehalt der teuerste Profi im Kader ist.

Die Schwierigkeit besteht nur darin, dass Ramos ein sehr launiger Spieler ist, der sich zuletzt auf äußerst bescheidenem Niveau präsentierte. Das schreckt ab, ebenso wie die Tatsache, dass der Kolumbianer Hertha vor zwei Jahren wegen einer einseitigen Option des Klubs, die ihn genau wie jetzt zum Gang in die Zweite Liga zwang, verklagt hatte – ohne Folgen für Hertha. Solch ein Risiko tut sich niemand gern an, vor allem dann nicht, wenn er nicht weiß, wie viel Qualität und Leistungsbereitschaft er erhält. „Natürlich möchte er in der Ersten Liga spielen“, sagt Wennin. Momentan sieht es so aus, als würde Ramos Geduld brauchen.

( ste )