2. Bundesliga

Hertha BSC trennt sich von 14 Mitarbeitern

Tränen in der Hertha-Geschäftsstelle: Da der Etat aufgrund des Abstiegs halbiert wird, müssen aus allen Abteilungen Mitarbeiter gehen.

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Die sportliche Nachricht des Tages gehört Raffael (26). Der Spielmacher aus Brasilien wird Sonntagnachmittag in Berlin zurückerwartet. Er hatte zum Start vor einer Woche kurzfristig ein Attest vorgelegt, dass er wegen einer Mittelohrentzündung reiseunfähig sei. Mittlerweile ist Raffael gesundet, am Montag soll er erstmals mit der Mannschaft trainieren.

Intern bei Hertha BSC hingegen bestimmt ein anderes Thema die Stimmung. Am Freitag hatte es Tränen und Frust beim Bundesliga-Absteiger gegeben. Die Geschäftsführer Michael Preetz und Ingo Schiller mussten 14 Mitarbeitern mitteilen, dass sie zum 1. Juli entlassen werden. „Ihre Stellen wurden im Zuge von Umstrukturierungsmaßnahmen gestrichen“, sagte Herthas Mediendirektor Peter Bohmbach. „Diese Maßnahmen sind Hertha BSC sehr schwer gefallen. Sie sind aber nötig, um den Klub für die Herausforderungen der Zukunft aufzustellen.“

Insgesamt 250 Mitarbeiter

Insgesamt hat die Kommanditgesellschaft auf Aktien 250 Mitarbeiter, dazu gehört das Profi-Team, die U23, die U19 samt Trainer-Stäben, der medizinischen Abteilung sowie der Verwaltung. Dort war seit der Bundesliga-Rückkehr 1997 im Lauf der Jahre ein Stamm von 60 Mitarbeitern aufgebaut worden. Davon müssen nun 14 gehen.

Geschäftsführer Ingo Schiller hatte bereits seit längerem signalisiert, dass der Verein nicht ein zweites Mal den Kraftakt stemmen kann wie beim Abstieg 2010/11. Damals hatte Hertha, um die Strukturen zu erhalten, in der Zweiten Liga eine Geschäftstelle im Erstliga-Format. Das ist aktuell nicht mehr möglich. Hertha muss den letztjährigen (Bundesliga-)Etat von 62 Millionen in der Zweiten Liga 2012/13 herunterfahren auf 31,8 Millionen. Entsprechend sieht es beim Posten Verwaltung (Personal- und Sachkosten) aus.

Die Spieler wussten im Saisonendspurt um die prekäre Lage in der Klub-Verwaltung. So waren vor einem Bundesliga-Heimspiel im Frühjahr alle Geschäftsstellen-Mitarbeiter beim Abschlusstraining auf den Schenkendorff-Platz erschienen, hatten Hand-in-Hand einen Kreis um die Profis gebildet und alles Gute gewünscht.

Bakarr Kargbo verlässt Hertha

Allein, es hat nicht geholfen. Hertha ist abgestiegen. Die jetzt ausgesprochenen Entlassungen betreffen alle Abteilungen: Ob bei der Fanbetreuung oder im Sicherheitsdienst, in der Jugend- oder Medienabteilung – überall wird gekürzt. Die betriebsbedingten Kündigungen sind mit Abfindungsangeboten versehen.

Ob Raffael seine Tätigkeit nochmal im Hertha-Trikot ausüben wird, ist offen. Bekanntlich flirtet Dynamo Kiew mit dem Dribbelkünstler. Es heißt, der Klub aus der Ukraine wolle Raffael ein Jahressalär von über zwei Millionen Euro zahlen. Summen, von denen die ehemaligen Hertha-Angestellten nur träumen können.

Am Nachmittag gab der Zweitligist bekannt, dass Abu Bakarr Kargbo (19) den Klub verlassen wird. Er nahm einen von Hertha vorgelegten Vertrag zu reduzierten Zweitliga-Konditionen nicht an und ist nun ablösefrei auf dem Markt.