Ermittlungen

Lambertz und vier Herthanern droht Ärger

Am Freitag entscheidet der DFB über Herthas Protest gegen das Düsseldorf-Spiel. Morgenpost Online beantwortet die wichtigsten Fragen dazu.

Wie ist die Rechtslage?

Hertha BSC bezieht sich auf Paragraph 17, Absatz 2 der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB. Danach kann ein Einspruch gegen eine Spielwertung erhoben werden, wenn die „Schwächung der eigenen Mannschaft durch einen während des Spiels eingetretenen Umstand, der unabwendbar war und nicht mit dem Spiel und einer dabei erlittenen Verletzung im Zusammenhang steht“.

Wer entscheidet am Freitag?

„Über den Einspruch (gegen eine Spielwertung) entscheidet in erster Instanz das Sportgericht“, steht in der Rechts- und Verfahrenordnung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Das Sportgericht leitet Hans Lorenz, im Hauptberuf Richter am Landgericht in Mainz. Bei mündlichen Verhandlungen sitzt neben Lorenz je ein Vertreter vom DFB und vom Ligaverband DFL (Deutsche Fußball-Liga).

Wie würde das Spiel wiederholt?

Das liegt laut Juristen im Ermessen des Sportgerichts. Allerdings besagt Paragraph 17 der Rechts- und Verfahrensordnung, dass ein Wiederholungsspiel „grundsätzlich am gleichen Ort neu auszutragen“ sei. Das würde jedoch schwierig, da der Rasen aus dem Düsseldorfer Stadion entweder unbespielbar ist oder in Vitrinen von Fortuna-Fans lagert.

Welche Profis dürften mitspielen?

Die persönlichen Strafen blieben bestehen. Herthas Änis Ben-Hatira, der in Düsseldorf die Gelb-Rote Karte sah, wäre also gesperrt. Gegen vier Hertha-Spieler wurden zudem Vorfälle im Spielberichtsbogen, den Schiedsrichter Wolfgang Stark nach dem Spiel ausgefüllt hat, vermerkt. Dabei dürfte es sich um Herthas Levan Kobiashvili, der Stark geschlagen haben soll, sowie Christian Lell, Andre Mijatovic und Torwart Thomas Kraft handeln, die den Schiedsrichter beleidigt haben sollen. Auch Fortunas Andreas Lambertz droht Ärger. Er wedelte nach dem Spiel mit einem bengalischen Feuer. Ob die Spieler in einem Wiederholungsspiel antreten dürften, ist noch unklar.

Gibt es weitere Konsequenzen?

Nach den Vorfällen wird nun wieder über die Abschaffung von Stehplätzen diskutiert. „Wir sind die einzigen in Europa, die sich für den Erhalt der Stehplätze eingesetzt haben. Zu den Privilegien gehören auch die billigen Eintrittspreise und der Wegfall der Zäune. Nun muss auch erlaubt sein, über die Privilegien nachzudenken“, sagte DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock der ARD. Fanforscher Gunter A. Pilz sieht in stehplatzlosen Stadien jedoch keine Alternative. „Wer so etwas fordert, der betreibt blanken Populismus bar jeder Kenntnis. Wer jetzt die Stehplätze abschaffen will, der erzeugt erst recht ein Fanproblem. Die Folge wäre nämlich ein Fanaufstand, der seinesgleichen sucht. Und außerdem: Bengalos kann man auch Sitzplätzen aus zünden.“

Welche Strafen drohen?

Beiden drohen diverse Geldstrafen, beispielsweise für „nicht ausreichenden Ordnungsdienst“ (bis zu 50.000 Euro), „für mangelnden Schutz des Schiedsrichters, der Schiedsrichter-Assistenten oder des Gegners“ (bis zu 100.000 Euro) oder „für schuldhaftes Herbeiführen eines Spielabbruchs“ (bis zu 100.000 Euro).