Spandau

Sonderzug mit Hertha-Fans durch Notbremse gestoppt

| Lesedauer: 2 Minuten

Foto: DPA

Ein Sonderzug mit 750 Hertha-Fans aus Düsseldorf ist am Mittwoch in Spandau gestoppt worden. Zuvor waren Scheiben und Abteile zerstört worden.

Ein Sonderzug mit etwa 760 Hertha-Fans aus Düsseldorf ist am Mittwochmorgen im Bahnhof Berlin-Spandau gestoppt worden.

Nach Informationen von Morgenpost Online wurde die Notbremse gezogen, der Zug fuhr zunächst nicht wie geplant weiter Richtung Hauptbahnhof. Die gewaltbereiten Fans, die von der Polizei am Hauptbahnhof in Empfang genommen werden sollten, setzten ihre Fahrt in S-Bahnen fort.

Die Bundespolizei hatte nach Angaben eines Sprechers geplant, nach der ursprünglich vorgesehenen Ankunft am Hauptbahnhof die Personalien aller rund 750 Insassen aufzunehmen. 500 Einsatzkräfte warteten zu diesem Zweck am Hauptbahnhof. Die Aufnahme von Personalien war durch den vorzeitigen Stopp nicht mehr möglich.

Laut Angaben der Bundespolizei sollen an den Ausschreitungen während der Zugfahrt nach Berlin bis zu 180 Fans beteiligt gewesen sein, die der Polizei bei früheren Vorkommnissen bereits als „Problemfälle“ bekanntgewesen sein sollen. Der Sonderzug wurde laut Informationen von Morgenpost Online nicht von Polizeikräften begleitet. Für die Sicherheit im Zug waren demnach Ordnungskräfte von Hertha-Fanclubs verantwortlich.

Nach dem Halt in Spandau sollen bereits Hunderte Fans Richtung Spandauer Altstadt gezogen oder in Regional- und S-Bahnzüge umgestiegen sein. Die Einsatzkräfte der Polizei verteilten sich am Morgen auf verschiedene S-Bahn-Stationen im ganzen Stadtgebiet, um weitere Ausschreitungen zu verhindern.

Nach dem Bundesliga-Abstieg von Hertha BSC nach einem 2:2 gegen Fortuna Düsseldorf war es auf dem Weg nach Berlin in der Nacht bereits zu Ausschreitungen gekommen. Etwa 120 Beamte sicherten den Aufenthalt der Fußballfans auf dem Bahnhof in Hamm ab. Außer dem Zünden von bengalischen Feuern bei der Einfahrt des Zuges habe es keine Zwischenfälle gegeben, hieß es weiter. Hertha-Fans hatten in mindestens zwei Waggons zahlreiche Scheiben zerstört und Abteile demoliert. Mindestens ein Waggon musste ausgewechselt werden.

Gegen 6.20 Uhr wurde aus Sicherheitsgründen ein geplanter Halt mit Personalwechsel vom Hauptbahnhof Hannover auf den Bahnhof Hannover-Minden verlegt. Dort warfen die Fans vereinzelt Gegenstände aus dem Zug.

Tausende Düsseldorfer Anhänger haben derweil in der Nacht zu Mittwoch in der Altstadt friedlich den Aufstieg ihres Vereins gefeiert. Gleich nach dem Spiel hatte ein Platzregen die Gemüter der einheimischen Fans ein wenig abgekühlt.

Die Altstadt sei zwar voll gewesen, allerdings habe es außerhalb des Stadions keine besonderen Vorkommnisse gegeben, sagte ein Sprecher der Düsseldorfer Polizei. Auch ein stundenlanger Autokorso sei ruhig verlaufen. „Es war eine friedliche, ausgelassene Feier“, sagte der Sprecher weiter.

( dpa/dapd/plet/bee )