Bundesliga

Torwart Kraft bleibt auch im Fall des Abstiegs bei Hertha

Thomas Kraft wird auch in der kommenden Saison das Hertha-Tor hüten. Der Keeper sagte, er bleibe in Berlin - egal, was passiert.

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Noch ist offen, ob Hertha absteigt oder die Klasse hält. Doch schon vor dem letzten Bundesliga-Spiel gegen Hoffenheim hat sich ein Leistungsträger festgelegt: Thomas Kraft (23) bekannte sich zu Hertha BSC, der Torwart wird über das Saisonende hinaus bleiben, egal, in welcher Liga der Klub in der kommenden Saison spielt. Kraft ist Realist, weshalb er zu der entscheidenden Partie sagt: „Die Konstellation haben wir uns mit unserer schlechten Rückrunde selbst eingebrockt. Aber ich bin sicher, dass wir gewinnen und die Klasse halten.“ Dafür braucht es weitere Schritte. So darf der Drittletzte, der 1. FC Köln, gegen den FC Bayern nicht gewinnen. Und Hertha müsste sich in zwei Relegationsspielen gegen den Dritten der Zweiten Liga durchsetzen, derzeit wäre das Fortuna Düsseldorf.

Kraft mag eigentlich über die Zweite Liga nicht sprechen, erklärt aber, warum er bleiben wird. „Ich bin hierher gekommen, um etwas aufzubauen. Ich fühle mich sehr wohl in Berlin. Ich bleibe bei Hertha BSC und den tollen Fans – egal, was passiert! Darauf habe ich mich mit dem Verein geeinigt“, sagte Kraft. Das ist bemerkenswert. Zwar hat Kraft einen Vertrag bis 2014. Doch mit Blick auf seine guten Leistungen wäre es ihm ein Leichtes, zu einem ambitionierten Erstligisten zu wechseln. Manager Michael Preetz hat regelmäßig mit Kraft gesprochen, zuletzt im Trainingslager in Castrop-Rauxel. Denn so sehr alle Konzentration dem Ziel Klassenerhalt gilt: Hertha muss auch für das Negativ-Szenario vorbereitet sein. Preetz sagte: „Wir sind sehr froh, dass wir den künftigen Weg bei Hertha BSC gemeinsam mit Thomas Kraft weitergehen!“

Hoffen auf den Leuchtturm-Effekt

Im Gespräch mit Morgenpost Online sagte Kraft: „Es ehrt mich, dass sich der Klub so um mich bemüht.“ Das Engagement hat Gründe. Der ehrgeizige Torwart stand nicht nur als einziger Hertha-Profi bei allen 33 Saison-Spielen in der Startelf. Kraft ist (neben Levan Kobiashvili) der einzige Spieler in diesem enttäuschenden Jahr, der durchgehend überzeugte.

Der Keeper ist zwar erst 23 Jahre jung, aber von 2004 bis 2011 durch die Bayern-Schule gegangen. Kraft hat sich in einer zuletzt instabilen Mannschaft auf Anhieb zu einem Anführer entwickelt. Zur Münchner Schule gehört etwas, das der Torwart trotz des großen Medien-Aufgebots in Berlin fehlerfrei durchhält: Nach außen vor den Journalisten gab es von ihm kein negatives Wort über einen Kollegen. Dafür hat seine interne Kritik umso mehr Gewicht. In der Kabine wird kaum einer so klar und so direkt wie Kraft. Insofern erhofft sich Hertha von der Kraft-Festlegung für Hertha eine Art Leuchtturm-Effekt für die Mannschaft, aber auch für die Konkurrenz: Siehe da, ein wichtiger Leistungsträger sieht seine Zukunft in Berlin.

Das Ballyhoo um Markus Babbel bekommt Kraft mit. „Klar wird darüber in der Kabine geredet. Aber Markus Babbel ist nicht mehr mein Trainer. Ich fokussiere mich darauf, gegen Hoffenheim zu gewinnen. Ein Hauptstadt-Klub gehört in die Bundesliga, da sind wir in der Pflicht.“

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