Hertha BSC

Balakov gilt als aussichtsreicher Skibbe-Nachfolger

Krassimir Balakov gilt als guter Trainer. Der Bulgare war zwar Assistent beim VfB Stuttgart - aber noch nie Chefcoach in der Bundesliga. Derzeit arbeitet der 45-Jährige erfolgreich in Kroatien.

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Wo ist Michael Preetz? Vielleicht war er an diesem Tag zwei der Suche nach einem Nachfolge r für den am Sonntag entlassenen Michael Skibbe in seinem Büro. Vielleicht war er aber auch in Berlin unterwegs, in Deutschland oder sogar irgendwo im europäischen Ausland, wo der Manager von Hertha BSC gerüchteweise in Kroatien (Krassimir Balakov/Hajduk Split), Österreich (Franco Foda/Sturm Graz) und der Schweiz (Christian Gross/YB Bern) mögliche Kandidaten ausfindig gemacht haben soll.

Wo also ist Preetz? Der Manager des Berliner Bundesligisten „geht seiner Arbeit nach und tut, was zu tun ist“. So formuliert es spitz der allzeit bestens informierte Mediendirektor des Klubs, Peter Bohmbach, und er fügt an, man möge seine Aussage gern wunschgemäß interpretieren – „wie es in dieser Stadt inzwischen ja ohnehin jedes Medium tut“.

Als einzig verfügbare Information hat Preetz auch am Dienstag keine Einigung mit einem dritten Cheftrainer für die laufende Saison erzielt. Wiederum nur gerüchteweise zu hören ist, dass es massenweise Bewerber geben soll für die vakante Stelle – aber dass es sich dabei vor allem um solche der Kategorie handelt, bei der ein Manager noch ein gutes Stück verzweifelter sein muss, als Preetz es derzeit sein muss.

Assistent von Magath und Sammer

Wo es beinahe stündlich neue Favoriten zu geben scheint, kristallisierte sich Dienstag Balakov (45) als heißer Kandidat für eine Anstellung heraus. Nach Informationen von Morgenpost Online hat Preetz sich bei Vertrauten intensiv über den Bulgaren informiert. Balakov, der von Branchenkennern als erstaunlich guter Trainer beurteilt wird, kommt demnach allein schon deshalb in Frage, weil er den chronisch geldknappen Verein wohl nicht mit millionenschweren Personalwünschen überfrachten würde.

Zwar wurde intern der Wunsch nach einem Mann mit Bundesliga-Erfahrung formuliert, die Balakov als Chef nicht vorweisen kann. Immerhin diente er in den Jahren 2003 bis 2005 beim VfB Stuttgart unter Felix Magath und anschließend auch unter Matthias Sammer als Trainerassistent. Nach wenig erfolgreichen Cheftrainerstellen in der Schweiz (Grashopper Zürich, FC St. Gallen), entwickelte er in seinem Heimatland den Provinzklub Tschernomorez Burgas. Aktuell belegt Balakov in der kroatischen Liga mit Split hinter Serienmeister Dinamo Zagreb Platz zwei, der zur Teilnahme an der Europa League berechtigen würde.

Balakov, das erscheint gesichert, ist ein Kandidat – doch er ist mit ziemlicher Sicherheit nicht der einzige. Der Schweizer Gross (57) soll gleichfalls zum engeren Bewerberkreis zählen. Er kennt die Bundesliga aus einem zehnmonatigen Intermezzo beim VfB Stuttgart. Er führte die Schwaben erst von Platz 15 bis in die Europa League – und in der Saison darauf postwendend zurück auf Rang 18. Kaum vorstellbar, dass Preetz am Dienstag zu Geheimverhandlungen in Bern gewesen ist, wo Gross die ortsansässigen Young Boys auf das für die Meisterschaft schon vorentscheidende Gipfeltreffen mit dem FC Basel am Donnerstag vorbereitet.

Rangnick? Frühestens im Sommer!

Spektakulär wäre es, wenn Otto Rehhagel (73) sich zu einer bis Sommer befristeten Retter-Mission bereit erklären würde. Intern gefällt den Befürwortern an einem solchen Modell vor allem der Zeitgewinn bei der Suche nach einer langfristigen Lösung von der kommenden Saison an. Allenfalls ab dann stünde der wohl größte Name parat: Ralf Rangnick (53). Aktuell hat der vom Burnout genesene Fußballlehrer Hertha eine Absage übermittelt. Dem Vernehmen nach soll er aber zugleich hinterlegt haben, für ein Engagement ab Sommer zur Verfügung zu stehen – so denn Hertha dann noch in der Bundesliga spielt und überdies der Weg frei wäre für eine von ihm angestrebte Doppellösung als Trainer und Manager. Das richtet sich, so diese kolportierte Absicht der Wahrheit entspricht, direkt gegen den aktuellen Manager Michael Preetz.

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