Hoffenheim

Hopp macht den Weg frei für Markus Babbel

Mit der Entlassung von Holger Stanislawski bei 1899 Hoffenheim ist der fünfte Trainerwechsel der laufenden Bundesliga-Saison perfekt. Der als Sympathie- und Hoffnungsträger angetretene Coach ist in Hoffenheim an der Klubkultur gescheitert. Am Freitag wird der Nachfolger vorgestellt: Markus Babbel soll es richten.

Foto: dpa/Getty

Viel zu sagen gab es nicht mehr. Was sollte er auch noch groß Worte verlieren über eine Entlassung, die nicht mehr abzuwenden war? „Das Thema ist durch“, sagte der sonst so redselige Holger Stanislawski und beließ es dabei. Nach einem halben Jahr als Trainer der TSG 1899 Hoffenheim war für ihn am Donnerstagmorgen Schluss.

Genau genommen schon früher. Bereits nach dem desaströsen 2:2 gegen Aufsteiger Augsburg am Sonnabend soll Mäzen Dietmar Hopp Manager Ernst Tanner angewiesen haben, für den von ihm alimentierten Klub einen neuen Trainer zu suchen. Den 71 Jahre alten Milliardär, Gründer des Software-Unternehmens SAP, soll die Angst umgetrieben haben, eines seiner Lebenswerke könnte zerstört werden; ihn hatte der Horror vor dem Abstieg erfasst. Nur eines der vergangenen zehn Ligaspiele (2:0 in Nürnberg am 10. Dezember) hatte der Tabellenachte gewonnen.

"Wir sind alle sehr enttäuscht"

Er „sehe keine Linie im Spiel, es ist keine Entwicklung zu erkennen“, hatte Hopp gesagt. Es waren Sätze, die einen Trainer mit der Schärfe eines Fallbeils treffen. Der Rausschmiss Stanislawskis wurde damit augenscheinlich vorbereitet, Manager Tanner musste den Schritt am Donnerstag verkünden. „Es ist besser, die Zusammenarbeit im Interesse aller Beteiligten zu beenden. Die jüngsten sportlichen Entwicklungen waren hierfür sicherlich ausschlaggebend“, sagte er, „wir schätzen Holger Stanislawski als Menschen und als fachkundigen Trainer. Doch nach einem langen, konstruktiven Gespräch mit ihm sind wir zu diesem Entschluss gekommen.“ Die Mannschaft reagierte wenig erbaut auf die Demission. „Wir sind alle sehr enttäuscht. Stani war vom Typ her ein super Trainer, der immer ein offenes Ohr hatte“, sagte Kapitän Andreas Beck.

Dabei soll Stanislawskis Schicksal als Hoffenheimer Trainer sogar unabhängig vom Ausgang des Viertelfinalspiels im DFB-Pokal gegen den Zweitligaklub Greuther Fürth besiegelt gewesen sein. Er war als Missionar geholt worden, bekam für seine Mission aber keine Zeit. Selbst der Einzug ins Halbfinale hätte ihn wohl nicht mehr vor der Entlassung bewahrt. Da die Kraichgauer aber ohnehin durch einen Treffer von Olivier Occean (44.) unterlagen, stellte sich die Frage gar nicht mehr. Zumal der Nachfolger schon gefunden gewesen sein soll.

Der 39 Jahre alte Markus Babbel wird wohl den 42 Jahre alten Hamburger ersetzen. Babbel war nach langem Schmierentheater am letzten Spieltag der Hinrunde – nach einem 1:1 gegen Hoffenheim – unehrenhaft bei Hertha BSC entlassen worden. Ob ihm noch zum Feiern zumute sei, wurde Babbel da auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gefragt. In ein paar Tagen sei Weihnachtsfeier, antwortete Babbel, er würde seine Spieler schon gern sehen. Stanislawski schob damals scherzhaft eine Frage nach: „Herr Babbel, glauben Sie, dass Sie auf dieser Weihnachtsfeier noch da sind?“ Babbel musste lachen und sagte zu Stanislawski: „Arschloch.“

>>> Lesen Sie mehr zum Thema und reden Sie mit - im Hertha BSC Blog Immer Hertha unter www.immerhertha.de