Möglicher Neuzugang

Hertha-Manager Preetz lobt Freiburgs Bastians

Felix Bastians scheint das Interesse von Hertha BSC geweckt zu haben: Im Gespräch mit Morgenpost Online verrät Berlins Manager Michael Preetz, was er von dem Freiburger Verteidiger hält und wie es mit Assistenztrainer Rainer Widmayer weitergeht.

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Noch löst der Gedanke an den 3. Januar bei Michael Preetz kein Kribbeln aus. Ehe Fußball-Bundesligist Hertha BSC da die Vorbereitung auf die Rückserie aufnimmt, verbringt der Manager ein paar Tage und erholt sich. Zehrende Wochen erst mit dem Vertragshickhack und später dem Lügenstreit mit Ex-Trainer Markus Babbel sowie der Anstellung von Michael Skibbe als Nachfolger liegen hinter Preetz. Diese Themen haben für ihn dem dem Urlaub Priorität:

• Transferphase: Bis 31. Januar sind letztmals in dieser Saison Korrekturen am Kader möglich. Nach dem Kreuzbandriss von Abwehrspieler Maik Franz sondiert Hertha den Markt. Preetz aber sagt: „Wir fangen am 3. Januar definitiv ohne Neuen an.“ Auch ins Trainingslager im türkischen Belek (7.-14. Januar) wird Hertha eher ohne Winterzugang reisen. Der neue Trainer Skibbe will sich zunächst einen Überblick darüber verschaffen, welche Alternativen der bestehende Kader womöglich bietet; interne Lösungen wären neben dem zuletzt formstarken Christoph Janker die Eigengewächse Sebastian Neumann und John Anthony Brooks. Parallel prüft Preetz externe Optionen. „Kein Thema“ ist der beim Tabellenletzten SC Freiburg freigestellte Heiko Butscher. Eher vorstellbar scheint, dass Klubkollege Felix Bastians nach Berlin wechselt. Der 23 Jahre alte Linksverteidiger wäre durchaus eine Verstärkung, Hertha müsste sich für ihn aber finanziell außerordentlich strecken. „Ein interessanter Perspektivspieler“, findet Preetz.

• Co-Trainer: „Keine große Eile“, sagt Preetz, verspüre er bei der Besetzung der nach dem Trainerwechsel vakanten Position. Anders als Babbel erledigt Skibbe einen Großteil der Trainingsarbeit in Eigenregie. So sieht Preetz in Fitnesstrainer Henrik Kuchno (37) kurzfristig den wichtigsten Zuarbeiter für den neuen Chef. Was die Assistentenstelle angeht, sei es „nicht sehr wahrscheinlich“, dass der bei der Mannschaft beliebte Babbel-Intimus Rainer Widmayer dem Klub nun doch erhalten bleibt. Das brächte Edwin Boekamp ins Spiel, Skibbes langjährigen Zuarbeiter – zuletzt auch bei Eskisehirspor in der Türkei. „Die beiden wären ähnlich eingespielt wie Babbel/Widmayer“, sagt Preetz, aber auch andere Konstellationen erscheinen ihm möglich: „So oder so, wir werden da kein Problem haben.“

• Spielerverträge: Die Arbeitsverhältnisse mit Janker, Patrick Ebert und Maikel Aerts enden mit Ablauf dieser Saison. Nach der Lösung in der Trainerfrage wird Preetz jede einzelne Personalie mit Skibbe besprechen – aber ohne Eile: „Ich weiß nicht, ob das in vier, sechs oder acht Wochen der Fall sein wird. Die Spieler wissen darüber aber Bescheid.“ Gut für alle drei: Skibbe ist schon gut über sie informiert. Janker und Ebert kennt er aus seiner früheren Tätigkeit als DFB-Nachwuchskoordinator, Aerts war zu Leverkusener Zeiten mal ein Thema.

• Brüderpaar: Die beiden wohl besten Fußballer im Team bereiten regelmäßig auch Kummer: Die brasilianischen Brüder Ronny und Raffael. Letztgenannter ist vom DFB-Sportgericht nach seinem Platzverweis in Hoffenheim (Tätlichkeit) für vier Bundesligaspiele gesperrt worden. Hertha hat Einspruch eingelegt, Preetz hofft, dass das Strafmaß nachträglich um eine auf dann „nur“ noch drei Partien gedrückt werden kann.

„Er ist Wiederholungstäter, er muss dringend schauen, nicht wieder in eine solche Situation zu geraten“, mahnt Preetz den oft jähzornigen Spielmacher zu mehr Disziplin – und kündigt an, dass Raffael für seine Unbeherrschtheit auch intern einen finanziellen Beitrag wird entrichten müssen. Zu Ronny , bei dem Berater Dino Lamberti davon gesprochen hat, dieser ewige Sorgenfall müsse in der zweiten Saisonhälfte seines zweiten Jahres bei Hertha endlich Stammspieler werden – oder im Sommer wechseln, sagt Preetz: „Mit Blick auf das Vertragsende 2013 hat sein Berater da sicherlich Recht. Aber wir alle wünschen uns, dass der außergewöhnlich gute Fußballer Ronny 2012 sportlich explodiert.“