Trainer-Nachfolge

Skibbes Assistent Boekamp ist frei für Hertha

Michael Skibbe, neuer Coach bei Hertha BSC, kann seinen Assistenten Edwin Boekamp mitbringen: Der türkische Klub Eskisehirspor hat den bisherigen Co-Trainer entlassen. Er sagt: "Natürlich möchte ich gern weiter mit Michael arbeiten" - und dass Hertha "natürlich eine tolle Adresse" sei.

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Es ging ein wenig turbulent zu in Eskisehir. Michael Skibbe, der neue Trainer des Bundesligaklubs Hertha BSC, war ein letztes Mal zurückgeflogen an seinen alten Arbeitsplatz im Nordwesten der Türkei. Es standen Gespräche an mit dem Präsidenten des örtlichen Fußballklubs Eskisehirspor, der aber war erst gegen 18 Uhr Ortszeit zurück von einem Termin in Ankara. Als die beiden Männer dann miteinander sprachen, gehörten zum Gesprächsinhalt so vergnügliche Themen wie die Aufhebung des bestehenden Vertragsverhältnisses sowie die Klärung der Frage, wie sich der Verein die Auszahlung noch offener Gehaltssummen vorstellt.

In diese Gemengelage hineingeplatzt waren im Laufe des Tages erst die Andeutung und später auch die Gewissheit, dass Skibbe neben ein paar persönlichen Gegenständen aus seiner Dienstwohnung nun vielleicht doch auch Edwin Boekamp, seinen langjährigen Co-Trainer, mit nach Berlin nehmen könnte. Diesem war am Dienstag ein wenig unvermittelt die Entlassung mitgeteilt worden. Das bestätigte Boekamp am Nachmittag in einem Telefonat mit Morgenpost Online: „Es hat neue Entwicklungen gegeben. Mir wurde mitgeteilt, dass mein Vertrag mit Eskisehirspor aufgelöst wird. Das ist schade, denn ich habe ein gutes Verhältnis zu den Spielern gehabt. Michael Skibbe und ich haben hier erfolgreich gearbeitet, aber es kommt ein neuen Cheftrainer, der einen Assistenten mitbringt. Nun wird die Trennung in den kommenden Tagen schriftlich fixiert, und dann bin ich frei.“

Ob sein Weg damit automatisch nach Berlin führt, ist jedoch noch offen. „Natürlich möchte ich gern weiter mit Michael Skibbe arbeiten“, sagte Boekamp. „Wir kennen uns schon lange und sind ein Team. Und Hertha ist natürlich eine tolle Adresse. Aber ich habe noch nicht mit den Berlinern gesprochen, dafür ging die Entwicklung jetzt zu schnell.“

Wenn Hertha am von Skibbe gegenüber Morgenpost Online aufgestellten Zeitplan festhält, wird über die Besetzung der vakanten Assistentenstelle final erst nach dem Jahreswechsel entschieden. Demnach habe Rainer Widmayer, bisher der erste Zuarbeiter, bis zum Trainingsstart am 3. Januar das Prä, auch nach Aufhebung seines bisherigen Arbeitsverhältnisses mit dem Hauptstadtklub für eine Wiederaufnahme der Zusammenarbeit zu sorgen. Bis zum genannten Termin bleibe für Widmayer bei Hertha „die Tür offen“, sagte Skibbe – und dass jede anderslautende Darstellung nicht der Realität entspreche. Widmayer sei sein „Wunschkandidat“.

Vorzüge haben beide, Widmayer und Boekamp. Der Erstgenannte ist beliebt bei der Mannschaft und gilt als gewiefter Taktiker, wird aber wohl auch weiterhin Markus Babbel, seinem bisherigen Chef, folgen wollen. Boekamp hat sich einen Namen als Entdecker und Förderer von Talenten wie etwa Nuri Sahin gemacht.