Hertha

Babbel bleibt trotz 3:0 gegen Köln auf dem Boden

Nach dem bisher höchstem Saisonsieg hat Herthas Trainer ausdrücklich die "sensationelle" Leistung seiner Mannschaft gegen Köln gewürdigt. Er warnte aber zugleich vor zu viel Euphorie: Oberstes Ziel bleibe der Klassenerhalt.

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Trainingsfrei für die Mannschaft, Arbeit für den Trainer. Während die Fußball-Profis von Hertha BSC am Sonntag die Sonne genossen, stellte sich Markus Babbel (39), der Coach von Hertha BSC, am Vormittag den Medienvertretern auf dem Schenkendorff-Platz. Nach dem 3:0 (3:0)-Heimsieg gegen den 1. FC Köln hat der Bundesliga-Aufsteiger ein überzeugendes erstes Saisonviertel abgeliefert. Mit drei Siegen und drei Unentschieden (bei zwei Niederlagen) hält sich der Hauptstadt-Klub auf Anhieb fern der Abstiegszone. „Die Partie gegen Köln war wichtig. Wir haben jetzt gezeigt, dass wir mithalten können. Mit dem Sieg und nun zwölf Punkten haben wir uns ein kleines Polster verschafft vor der nächsten Aufgabe beim FC Bayern. Es ist ja bekannt, dass man als Gast in München nicht mal eben im Vorbeigehen etwas Zählbares mitnehmen kann.“

Doch ehe es nach der Länderspiel-Pause am 15. Oktober zum Titelfavoriten und Tabellenführer geht, würdigte Babbel das bisher beste Heimspiel seiner Mannschaft gegen Köln. „Wir haben aggressiv nach vorne gespielt. Und haben ein Manko der vergangenen Wochen abgestellt, wo wir zu viele Chancen für ein Tor benötigt haben. Es war sensationell, wie effektiv wir unsere Möglichkeiten genutzt haben.“ Vor 59.500 Zuschauern sorgte ein Trio schon zur Pause für den komfortablen Vorsprung.

Änis Ben-Hatira (23), erst am 31. August vom Liga-Rivalen Hamburger SV verpflichtet, bereitete die beiden ersten Tore spektakulär vor, so dass Pierre-Michel Lasogga jeweils vollenden konnte (14. und 26. Minute). Für den 3:0-Endstand sorgte Raffael mit einem fulminanten Volleyschuss hoch in den rechten Winkel (34.). Da konnten die Hausherren es verschmerzen, dass Schiedsrichter Florian Meyer zwei weitere Treffer (Raffael/12. und Ben-Hatira/39.) nicht anerkannte.

Das Resultat war Genugtuung für den Trainer, der Ben-Hatira überhaupt zum ersten Mal im heimischen Olympiastadion aufgeboten hatte. Lasogga war am Start, weil der etatmäßige Mittelstürmer Adrian Ramos gesperrt zuschauen musste. Und Christoph Janker, der mit einem weiten Freistoß das 3:0 vorbereitet, war der Ersatzmann für den ebenfalls gesperrten Rechtsverteidiger Christian Lell. „Es war wunderbar zu sehen, wie die, die reinkamen, alle ihren Job erledigt haben. Das zeigt mir, dass wir eine intakte Mannschaft haben“, sagte Babbel.

„Nicht auf kleinem Polster ausruhen“

Die Frage, ob Hertha das Saisonziel Klassenerhalt nach oben korrigiere werde, verneinte der Trainer. Zwar liegen die Berliner beruhigende sieben Punkte vor der Abstiegszone, aber nur einen Zähler hinter den Europacup-Plätzen, doch Babbel sagte: „Wir müssen nicht auf die Euphoriebremse treten. Es ist schön, wenn Erfolg da ist. Aber wir wissen, dass wir extrem hart arbeiten müssen. Dann sind wir schwer zu schlagen. Tun wir das jedoch nicht, sind wir leicht zu schlagen. Ich weiß, wie schnell man in einen Abwärtsstrudel geraten kann. Deshalb werde ich es nicht zulassen, dass wir anfangen, uns auf dem kleinen Polster ausruhen, das wir uns jetzt erarbeitet haben.“

Sprach es, grüßte freundlich in die Runde. Dann machte sich auch der Trainer auf den Weg zum Flughafen Tegel, um den verbleibenden Sonntag bei seiner Familie in München zu verbringen.

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