Hertha gegen Wolfsburg

Ebert und Ben-Hatira aus Aufgebot gestrichen

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Uwe Bremer
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Hertha BSC spielt in Wolfsburg

Die Laune im Lager von Hertha BSC ist nach dem Erreichen der 3. Runde im DFB-Pokal gestiegen. Und so sorgt man sich auch vor dem Auswärtsspiel gegen den VfL Wolfsburg wenig.

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Hertha BSC spielt am heutigen Sonnabend in Wolfsburg. Doch Patrick Ebert und Änis Ben-Hatira blieben in Berlin. Warum Trainer Markus Babbel das Duo aus dem Kader strich.

Mit einem Paukenschlag begann die Dienstreise von Hertha BSC zum VfL Wolfsburg (15.30 Uhr, live bei Sky und hier im Live-Ticker von Morgenpost Online ). Nach dem Abschlusstraining strich Trainer Markus Babbel Patrick Ebert (24) und Änis Ben-Hatira (23) aus dem 18er-Aufgebot. Das Duo bestieg erst gar nicht den ICE nach Niedersachsen, sondern musste in Berlin bleiben. Diese Entscheidung überrascht: Ebert ist dienstältester Herthaner, Publikumsliebling und stand in allen zehn bisherigen Partien in der Startelf. Ben-Hatira kehrte als Wunschkandidat Ende August vom Liga-Konkurrenten Hamburger SV nach Berlin zurück und führte sich mit einer spektakulären Leistung beim 3:0 gegen den 1. FC Köln ein.

Gleichwohl hat die Trainer-Maßnahme Hintergründe. Ebert schlidderte seit einigen Partien in die Formkrise. Schon gegen Köln bot der Mittelfeldspieler eine mäßige Vorstellung. Beim 0:4 in München ging Ebert ebenso unter wie Ben-Hatira, beide wurden vorzeitig ausgewechselt. Die geforderte Formsteigerung gegen Mainz (0:0) blieb aus. „Wenn drei oder vier nicht mitmachen, haben wir keine Chance“, rügte Babbel hinterher. Er monierte, dass die Außenspieler sich nicht an taktische Anweisungen gehalten und ihre Mittelfeld-Kollegen zu wenig unterstützt hätten. Selbst gegen Viertligist Rot-Weiß Essen im DFB-Pokal (3:0) vermochte das Duo keine Akzente zu setzen. Erneut wurde es vorzeitig vom Platz genommen.

Nun bewegen sich Ebert und Ben-Hatira grundsätzlich auf einem schmalen Grat.

Mangel an Teamgeist

Als Offensivspieler benötigen sie einen Schuss Anarchie, etwas, was sie unberechenbar für die Gegner werden lässt. Allerdings muss die Mischung aus taktischer Disziplin und Risiko stimmen. Im modernen Fußball liegt der Schwerpunkt auf dem ersten Punkt. Vollends unzufrieden wurde Babbel, als sich die eine oder andere abwertende Handbewegung und Mitspieler-Schelte einschlich, wenn die Anspiele nicht wie gewünscht ankamen. Die Mischung aus Eigensinn, taktischen Fehlern und fehlender Kameradschaft gegenüber den Kollegen reichte dem Trainer. Deshalb griff er nun zu der rigorosen Maßnahme: Ebert und Ben-Hatira stehen gegen Wolfsburg nicht im Aufgebot. „Der Trainer war mit den Leistungen der Beiden zuletzt nicht einverstanden“, sagte Hertha-Manager Michael Preetz. Die Spieler waren am Freitagabend gegenüber Morgenpost Online zu keiner Stellungnahme bereit.

Es liegt nun an den Profis, wie es weitergeht. Babbel hat gerade in den vergangenen zwei Wochen durchexerziert, wie sich eine schwierige Lage ins Positive wenden lässt. So hatte der Hertha-Trainer beim prestigeträchtigen Ausflug zum Tabellenführer Bayern München wegen unzureichender Trainingsleistungen auf Nikita Rukavytsya verzichtet. Folge: Schenkendorff-Platz statt AllianzArena – der schnelle Australier hängte sich in der nächsten Woche beim Training rein. Prompt stand er gegen den FSV Mainz wieder im Kader. Im Pokal gegen Essen wurde Rukavytsya acht Minuten vor dem Ende eingewechselt – und traf zum 3:0-Endstand. Die Botschaft von Babbel: Geht doch, Nikita.

Das Signal vom Trainer geht nicht nur an die aussortierten Ebert und Ben-Hatira, sondern auch in Richtung des gesamten Kaders: Jeder darf mal etwas verkehrt machen. Aber der Beruf heißt Profi-Fußballer: Nach schlechten Leistungen muss zeitnah Besserung zu sehen sein.

Diese Entschlossenheit kann der Coach sich leisten, weil er im Moment über genügend Alternativen verfügt. So können mit Tunay Torun, Adrian Ramos, Ronny und Rukavytsya vier andere Spieler die beiden vakanten Positionen übernehmen. Zudem stehen Alfredo Morales und Christoph Janker bereit.

Aus einem ganz anderen Grund muss Roman Hubnik auf den Auftritt beim VfL Wolfsburg verzichten. Der tschechische Nationalspieler hat seit der Pokalpartie am Mittwoch Rückenprobleme, Hubnik befindet sich derzeit in der Reha. Die Position des Innenverteidigers gegen den VfL Wolfsburg wird Maik Franz übernehmen.

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