Hertha BSC

Ebert und Ben-Hatira schieben Sonderschicht

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Martin Kleinemas

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Nachdem sie vor dem Spiel gegen Wolfsburg aus dem Aufgebot gestrichen wurden, gaben die beiden Herthaner Patrick Ebert und Änis Ben-Hatira Trainer Babbel ein Zeichen: Sie legten ein freiwilliges Konditionstraining ein.

Für das Gros der Mannschaft war das Training von Hertha BSC bereits zu Ende, da schnappte sich Patrick Ebert seine Wasserflasche, nahm einen großen Schluck und ging entschlossenen Schrittes über den Platz. Auf der anderen Seite wartete bereits Konditionstrainer Henrik Kuchno, er hatte am Absperrzaun zum Nachbarplatz schon so allerhand sportliches Werkzeug zusammengetragen. Ebert, der kürzlich von Trainer Markus Babbel aus dem Kader beförderte Außenspieler, hatte an diesem Tag noch ein bisschen was vor. Nur wenig später gesellte sich dann noch Änis Ben-Hatira dazu, der zweite Spieler, den Babbel überraschend vor dem Wolfsburg-Spiel aus dem Aufgebot gestrichen hatte.

Und so wechselten sich die beiden dann ab: Einer sprang immer aus der Hockstellung mit einem schweren Rohr zwischen den Beinen nach oben, der andere hüpfte auf einem Bein, während das andere in einer Schlinge nach oben gebunden war. Ein zusätzliches Straftraining? „Nein“, wehrte Markus Babbel recht entschieden ab, „die beiden sind freiwillig zu Kuchno gegangen und haben gefragt, ob sie noch etwas machen können. Dem werden wir uns natürlich nicht verschließen“, sagte er schmunzelnd – und zufrieden.

Trainer, wir haben verstanden

Rund 15 Minuten dauerte die kleine Extraschicht der beiden, die wohl vor allem als Signal gemeint war: Trainer, wir haben verstanden. Den störte es da wenig, dass vor allem Ebert gemeinhin als austrainiertester Spieler im Kader gilt und ein außerplanmäßiges Konditionstraining an sich nicht nötig hat. „Von der Ausdauer her ist er fit, aber er möchte sich in seinem Antritt verbessern, da ist er noch nicht am Ende der Fahnestange, also ist das auch sinnvoll.“

Patrick Ebert und Änis Ben-Hatira zogen mit ihrer Aktion die richtigen Konsequenzen aus ihrer Nichtberücksichtigung: Interviews geben sie vorerst nicht, und anstatt zu sagen, was sie jetzt alles ändern wollen, packen sie es einfach an. Nicht reden, sondern machen. „Mir ist in Erzählungen ja schon beschrieben worden, dass Patrick ein Spieler ist, der manchmal zu viel will und sich damit selbst im Weg steht“, meinte Markus Babbel, „es waren ja schon einige Trainer da, die es mit ihm versucht haben.“ Aber, und das war Babbel ganz wichtig: „Ich bin doch der Letzte der will, dass er es nicht schafft.“ Auch im Trainingsspiel hatte Patrick Ebert gute Signale ausgesandt, er war präsent und dirigierte seine Mitspieler – in höflichem Tonfall, nicht motzig, wie man das von ihm auch kennt. Vor allem Ebert scheint also begriffen zu haben, worum es für ihn geht – nicht zuletzt auch um einen neuen Vertrag bei Hertha BSC.

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