Hertha BSC

Neuer Vertrag für Ebert nur noch eine Formsache

Patrick Ebert ist der Publikumsliebling im Hertha-Team. Trotzdem ist sein Vertrag bis Ende der laufenden Spielzeit befristet. Während die Verlängerung bei ihm reine Formsache ist, müssen drei weitere Profis um ihre Zukunft bei den Berlinern kämpfen.

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Zu sagen, dass Patrick Ebert im Training am Mittwochvormittag nicht mindestens herausragend gewesen ist, wäre eine glatte Untertreibung. Mit seinen neongrünen Fußballschuhen, die der Ausrüster neu zur Verfügung gestellt hat, konnten allenfalls Nico Schulz und Änis Ben-Hatira mithalten, die sich für dasselbe Modell entschieden haben.

Ähnlich herausragend wäre Ebert gern auch im Kerngeschäft auf dem Fußballplatz. Erst recht in dieser Saison, da er einer von vier Profis bei Hertha BSC ist, deren Beschäftigungsverhältnisse bis Ende der laufenden Spielzeit befristet sind.

Betroffen sind neben dem Publikumsliebling außerdem Kapitän Andre Mijatovic, Ersatztorhüter Maikel Aerts und Christoph Janker. Noch gibt es in keinem Fall Vollzug zu vermelden. Aber in allen Fällen zeichnen sich konkrete Tendenzen ab.

Es geht nur noch um die Laufzeit

Ganz konnten Eberts Darbietungen in dieser Saison mit dem auffälligen Schuhwerk noch nicht mithalten. Zwei Torvorlagen in den bisherigen sieben Bundesligapartien sind die Bilanz des 24-Jährigen. Doch Manager Michael Preetz verweist darauf, dass Tore und Vorlagen zwar viel, aber eben nicht alles sind im Fußball. Und über die nackten Zahlen hinaus attestiert Preetz dem inzwischen dienstältesten Herthaner „eine gute Entwicklung in den vergangenen Monaten“. Ein Muster an Einsatz und Hingabe war Ebert schon immer. Doch wird nun auch das Verhältnis von Aufwand und Ertrag in seinem Spiel besser. Preetz nennt es den „gelungenen Spagat zwischen guten offensiven Aktionen und einer deutlich reduzierten Fehlpassquote“.

Nun könnte eine solche Entwicklung ja Begehrlichkeiten seitens der Konkurrenz wecken. Doch erscheint das im Falle Ebert zwecklos. „Innerhalb der Bundesliga wechsle ich jedenfalls nicht“, wurde er unlängst zitiert; und noch deutlicher: „Mein Verein ist Hertha BSC. Jeder weiß, wie sehr ich den Klub liebe, hier habe ich alles, was ich brauche.“ Preetz hat die Signale des in Potsdam geborenen Berliner Jungen, der seit 1998 für die Blau-Weißen spielt, wohl vernommen. „Ich kaufe ihm das ab“, sagt er – und so werden sich Ebert und Hertha gegenseitig treu bleiben, offen ist nur noch die Laufzeit der neuen Vereinbarung. Es wird, so viel steht wohl fest, nicht ein drittes Mal in Folge nur ein Einjahresvertrag werden. Im Gespräch ist eine Verlängerung bis 2014 oder sogar 2015.

Mijatovic braucht 25 Einsätze

Ähnlich klar, und doch gänzlich anders gelagert ist der Fall von Andre Mijatovic. Der Kapitän, sagt Preetz, „hält alles selbst in der Hand – und es sieht momentan danach aus, dass er auch zugreift.“ Der nach dem Abstieg 2010 mit Mijatovic abgeschlossene Zweijahresvertrag enthält eine Zusatzklausel: Bestreitet der Kroate in dieser Saison mindestens 25 Pflichtspiele, verlängert sich die Zusammenarbeit automatisch um ein Jahr.

Auf deren acht kommt Mijatovic derzeit – von acht möglichen. Drohende Gelbsperren des in dieser Saison schon viermal verwarnten Abwehspielers hin oder her – „es wird nicht lange dauern, bis sich sein Vertrag verlängert“, sagt Preetz. Die latenten Zweifel an Mijatovics Bundesligatauglichkeit, die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses noch bestanden, sind ohnehin längst beseitigt.

Keine Eile verspürt Preetz bei Aerts und Janker. Im Frühjahr, so der Tenor, den auch die jeweilige Gegenseite stützt, soll sich näher mit der Frage beschäftigt werden, ob Hertha sich weiter den Luxus leisten möchte, zwei gestandene Profis als dauerhafte Reservisten zu beschäftigen. Wenn Preetz dies zu tun immerhin in Betracht zieht, dann deshalb, weil es sich bei beiden um so genannte Charakterspieler handelt. Weder Janker und schon gar nicht der zu Beginn dieser Saison ins zweite Glied degradierte Aerts spielen sportlich eine große Rolle. Aber für das teaminterne Klima sind beide von (unverändert) großem Wert. An Aerts lobt Preetz „seine Ausstrahlung auf die Mannschaft“.

Gleichwohl sei die Entscheidung, ob der zu Beginn der nächsten Saison 36 Jahre alte Niederländer gehalten wird oder nicht, „im Gesamtkontext zu sehen“, sagt Preetz: Ist Eigengewächs Sascha Burchert reif für die Rolle als Nummer zwei hinter Thomas Kraft? Wie weit sind die aufstrebenden Talente dahinter, Richard Strebinger und Philip Sprint (beide 18)? Die Tendenz dürfte wohl sein, dass sein zweites zugleich Aerts’ letztes Jahr bei Hertha ist.

Ganz und gar offen ist, welche Richtung Christoph Janker einzuschlagen gedenkt. Wie jemand seine Motivation hoch hält, wenn er im besten Fußballeralter in etwas mehr als zwei Jahren ganze 21 Einsätze hat bestreiten dürfen – davon ganze sechs über 90 Minuten –, ist Janker gefragt worden. „Jeder ist enttäuscht, wenn er nicht spielt“, hat er geantwortet. Fußball mache ihm Spaß, und mit 26 Jahren habe er „vor, auch noch eine Weile zu spielen“.

Gedanken an einen vorzeitigen Abschied im Sommer schob er rasch beiseite. „Ich ziehe das durch“, legte er für sich fest. Gespräche mit dem Trainerteam hätten ihn noch in seinem Entschluss bestärkt, sagt Janker: „Es wird honoriert, dass ich jeden Tag Gas gebe.“ Nur Verwendung gibt es bei Hertha für Janker kaum. Am Sonnabend immerhin ist es mal wieder soweit. Janker gilt als Favorit für die vakante Stelle, die Christian Lells Platzverweis in Bremen geschaffen hat. Eine seltene Bühne für Janker. Eine, die er auch als Werbung in eigener Sache zu nutzen gedenkt. „Ich bin fit und fühle mich gut. Ich trainiere jeden Tag, damit ich in so einer Situation mein Bestes geben kann.“

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