Lenker und Denker

Herthas Raffael genießt seine neue alte Rolle

Er ist wieder der Alte: Nach einem schwierigen Saisonstart ist Raffel wieder Lenker und Denker des Hertha-Offensivspiels. Er traf in den letzten beiden Spielen, rackerte aber auch in der Defensive. Nun will ihn Trainer Babbel noch besser machen.

Auch am Morgen nach seinem großen Auftritt wollte der Mann des Spiels nicht sprechen. Müde sei er, ließ Raffael ausrichten, außerdem gab es keinen Übersetzer. Und so entschwand er auch nach dem Auslaufen von Hertha BSC ohne jeden Kommentar – schon in den Katakomben des Dortmunder Stadions hatte sich der überragende Mann des 2:1-Sieges beim Meister ohne Erklärung davongemacht. Warum, das blieb sein Geheimnis.

An seiner Leistung, die selbst Dortmunds Trainer Jürgen Klopp als „überragend“ einstufte, kann es nicht gelegen haben. Möglich, dass der sensible, häufig sehr melancholisch wirkende Brasilianer einfach nur sein aktuelles Leistungshoch genießen möchte. Und damit auch seine alte, neue Rolle: Die des Antreibers von Herthas Offensivspiel, die des Entscheiders.

Von der Bank zum Leistungsträger

Eine Rolle, die ihm Trainer Markus Babbel zu Beginn der Saison zunächst abgesprochen hatte – da setzte er ihn auf die Bank. Öffentlich kritisiert hatte er ihn, dass er zu viele „Aufs und Abs“ habe und bitteschön in der Defensive besser aushelfen soll. Der 26-jährige hat diese Botschaft verstanden.

Gegen Dortmund leitete er wie schon gegen Stuttgart mit dem 1:0 den Sieg ein, fast noch besser als seine Leistung in der Offensive (er traf immerhin noch einmal die Latte und den Pfosten) gelang sein Aushelfen hinten. „Raffael hat sich zu Herzen genommen, was ich ihm gesagt habe“, urteilte ein zufriedener Trainer, „vor allem, was die Arbeit in der Defensive angeht. Er hat die Lücken in der Mitte gemeinsam mit den Sechsern sehr gut geschlossen.“ Jetzt, da Babbels früheres Sorgenkind die Kritik offenbar ernst nimmt und in Leistung ummünzen kann, hat sich der Trainer das nächste Projekt vorgenommen: Ihn auf ein „neues Level“ zu heben, wie er den staunenden Reportern am Sonntag sagte .

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