Hertha-Stürmer

Warum sich Lasogga vom Aussterben bedroht fühlt

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Beim Schützenfest des DFB-Nachwuchses gegen San Marino überzeugte der Hertha-Stürmer Lasogga gleich mit zwei Toren. Trotzdem plagen den 19-Jährigen Selbstzweifel.

Mit 19 Jahren schon vom Aussterben bedroht: Pierre-Michel Lasogga plagten nach seinem Doppelpack gegen San Marino kurz Selbstzweifel. „Spielertypen wie mich gibt es nicht mehr viele“, sagte der Torjäger der U21-Nationalmannschaft, der als klassischer Strafraumstürmer einer seltenen Spezies angehört: „Ich bin wohl Teil einer aussterbenden Art.“ Wuseln, warten, eiskalt vollstrecken: Beim 7:0 (3:0)-Torfestival gegen San Marino war Sturmtank Lasogga 90 Minuten lang in seinem Element.

Das Top-Talent von Hertha BSC präsentierte sich gegen die überforderten Gäste als steter Unruheherd und legte mit seinen Toren vor der Pause den Grundstein zum Schützenfest. „Ich hätte sogar noch ein oder zwei Treffer mehr schießen müssen“, meinte der meist nur „Lasso“ gerufene Angreifer selbstkritisch. So viel Platz wie gegen den Fußball-Zwerg aus San Marino bietet sich Lasogga nur selten – und das trotz „Siebener-Abwehrkette“, wie Kapitän Lewis Holtby scherzte. Die Pflichtaufgabe in Paderborn war daher auch kein Maßstab für die ungleich schwereren Aufgaben, die in der EM-Qualifikation noch kommen. „Schon am Dienstag in Weißrussland erwartet uns ein komplett anderes Spiel“, sagte DFB-Trainer Rainer Adrion vor dem Duell mit dem wohl ärgsten Rivalen im Kampf um das EM-Ticket.

Gerade noch gegen Amateure, jetzt gegen den schärfsten Konkurrenten: Ganze drei Tage hat die deutsche Mannschaft vor dem Abflug nach Osteuropa Zeit für die Umstellung. „Wir müssen uns auf die Begebenheiten in Weißrussland einstellen. Das wird ein kleines Abenteuer“, sagte Adrion und warnte vor dem Team, das mit einem 3:2 in Griechenland gestartet war: „Sie gehen hart und gnadenlos in die Zweikämpfe. Aber natürlich streben wir einen Sieg an.“ Adrions Hoffnungen liegen auf seiner Offensiv-Abteilung, die sich gegen San Marino 90 Minuten lang warm schießen durfte. Neben Lasogga überzeugte besonders Alexander Esswein vom 1. FC Nürnberg, der fünf Tage nach seinem ersten Bundesliga-Tor den ersten Treffer für die U21 nachlegte. „Das war eine schöne Woche für mich. Gegen Weißrussland will ich nachlegen, aber sie werden es uns viel schwerer machen“, sagte der 20-Jährige.

Ihr Premieren-Tor verbuchten auch Peniel Mlapa (1899 Hoffenheim), Daniel Ginczek (VfL Bochum) und Maximilian Beister (Fortuna Düsseldorf). Zudem steuerte der von Adrion als „unser Standardtorschütze“ geadelte Kapitän Holtby seinen achten Länderspieltreffer bei. Für die Begegnung in Borissow mahnte der in der zweiten Halbzeit geschonte Schalker dennoch eine bessere Chancenverwertung an. „Wir müssen mehr Effizienz an den Tag legen“, so Holtby.

Helfen wird dabei auch Ilkay Gündogan. Wegen einer Verhärtung im rechten Oberschenkel saß der vom A-Team zurückgekehrte Dortmunder gegen San Marino nur auf der Tribüne, steht am Dienstag aber zur Verfügung. Gleiches gilt für Sebastian Rudy (1899 Hoffenheim), der wegen seiner drohenden Gelbsperre auf der Bank blieb. Beide sollen im Mittelfeld die Fäden ziehen – und Strafraumstürmer Lasogga mit Bällen füttern.

„Gegen Weißrussland will ich wieder ein Tor machen“, sagte der Berliner forsch. Von Selbstzweifeln keine Spur mehr.

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( sid )