Hertha BSC

Niemeyer erwartet steinigen Weg zum Klassenerhalt

Das 0:1 gegen Nürnberg war für Herthas Peter Niemeyer doppelt schmerzhaft. Zur Niederlage kam ein Schlag aufs Knie. Morgenpost Online erklärt er Herthas erschreckend schwache Offensive und was er dagegen hätte tun müssen.

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Sonntagvormittag humpelte Peter Niemeyer (27) in den Medienraum von Hertha BSC. Der defensive Mittelfeldspieler hatte beim 0:1 (0:0) gegen den 1. FC Nürnberg einen Schlag aufs Knie bekommen und dabei das Gelenk verdreht. Dennoch stellte sich Niemeyer den Fragen.

Morgenpost Online: Herr Niemeyer, wie ist die Stimmung am Tag nach dem missglückten Saisonstart?

Peter Niemeyer: Ob eben beim Auslaufen auf dem Platz oder in der Kabine: Bei uns herrscht Ernüchterung. Wir sind sehr enttäuscht. Nürnberg war eine Mannschaft, die auf Augenhöhe ist. Gegen solche Gegner musst du zu Hause einfach gewinnen. Und wenn du einen Tag hast, an dem es nicht zum Sieg reicht, musst du wenigstens einen Punkt mitnehmen.

Morgenpost Online: Sie haben sich durchaus robust gegen Nürnberg gestemmt, von den meisten Kollegen war wenig zu sehen. War es der Respekt vor der Bundesliga? Oder vor Nürnberg? War es die Kulisse?

Peter Niemeyer: Schwierig, wir haben keine Lösungen gefunden, auch untereinander nicht. Die Kulisse ist kein Problem. Wir hatten schon öfter das Vergnügen, im Olympiastadion vor 60, 70.000 Zuschauern spielen zu können. Das ist kein Grund, sich in die Hose zu machen. Was den Gegner angeht: Die haben auch nur mit Wasser gekocht. Was die aber hatten, war Effektivität. Wir haben defensiv ordentlich gestanden und nur wenig zugelassen. Aber die eine Chance, die Nürnberg hatte, führte zum 0:1.

Morgenpost Online: Um effektiv vor dem Tor zu sein, hätte Hertha mal nach vorn spielen müssen.

Peter Niemeyer: Stimmt, in der Offensive waren wir als Mannschaft ein Totalausfall. Da können wir uns nur an die eigene Nase fassen. Die langen Pässe auf die Stürmer haben nichts gebracht. Da hätten wir schon während der Partie flexibel reagieren müssen.

Morgenpost Online: Ordnet das der Trainer von außen an, oder entscheiden das die Spieler auf dem Platz?

Peter Niemeyer: Nein, bei der Hektik und der Lautstärke im Stadion ist der Trainer draußen machtlos. Das stellen wir auf dem Platz um.

Morgenpost Online: Wer bestimmt das: Kapitän Andre Mijatovic, Sie und Andreas Ottl im defensiven Mittelfeld?

Peter Niemeyer: Genau wir drei, so ist es gewünscht. In der Zweiten Liga ist uns das während des Spiels immer mal wieder gelungen, aber gegen Nürnberg leider nicht.

Morgenpost Online: Warum waren die Abstände zwischen Defensive und Offensive so groß?

Peter Niemeyer: Du kannst auch mal einen hohen Ball nach vorn spielen, das ist nicht immer ein Ausdruck von Ratlosigkeit. Aber dann muss die Mannschaft nachschieben, damit sie den zweiten Ball bekommen kann. Das ist uns nicht gelungen, weil wir zu weit auseinander gestanden haben.

Morgenpost Online: Wie schwer wiegt die Niederlage?

Peter Niemeyer: Klar ist das ein Rückschlag. Es herrscht eine Euphorie in der Stadt. Wir wollten den Fans etwas bieten. Wir wollten beweisen, dass wir mithalten können. Das ist nicht gelungen. Wir haben noch mal demonstriert bekommen: Unser Ziel ist der Klassenverbleib, das wird harte Arbeit.

Morgenpost Online: Es stehen zwei Auswärtsspiele in Hamburg und Hannover an. Wie geht es jetzt weiter?

Peter Niemeyer: Am Tag danach darf man die Wunden lecken. Montag ist frei, ab Dienstag bereiten wir uns auf Hamburg vor. Wir sind lange genug Profis und wissen, du musst eine Niederlage auch wegstecken können.

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