Ex-Schalker

Kobiashvili ist bei Hertha der Özil-Experte

Bei Schalke 04 erkannte Levan Kobiashvili sofort, welches Talent in Mesut Özil steckt. Im Interview mit Morgenpost Online spricht der Hertha-Verteidiger über seine Erfahrungen mit dem Superstar von Real Madrid.

Foto: Bongarts/Getty Images / Bongarts/Getty Images/Getty

Von Juli 2006 bis Dezember 2008 spielte Levan Kobiashvili (34), linker Verteidiger von Hertha BSC, gemeinsam mit Mesut Özil beim Bundesliga-Rivalen FC Schalke. Damals war der Deutsch-Türke ein schüchterner Jung-Profi, der als hochbegabt, aber schwierig galt. Kobiashvili war in jenen Tagen bereits ein erfahrener Bundesliga-Spieler (305 Erstliga-Einsätze) und kümmerte sich um den Youngster. Heute ist Özil ein Star. Ab 18 Uhr gastiert der 26-malige Nationalspieler als Mittelfeldspieler im Starensemble von Real Madrid im Olympiastadion. Kobiashvili erinnert sich im Gespräch mit Morgenpost-Mitarbeiter Martin Kleinemas an seine ersten Begegnungen mit dem heute 22-jährigen Özil.

Morgenpost Online: Herr Kobiashvili, als Mesut Özil zu Ihnen in die Profi-Mannschaft vom FC Schalke stieß, waren Sie bereits ein Routinier. Können Sie sich überhaupt noch an die erste Begegnung erinnern?

Levan Kobiashvili: Auf jeden Fall. Vor der Saison kam Mesut aus der Jugend zu den Profis. Du konntest vom ersten Tag an sehen, dass Mesut ein großer Fußballer wird.

Morgenpost Online: Herr Kobiashvili, jetzt mal ehrlich: Sagen das nicht immer alle Spieler, wenn sie über einen ehemaligen Kollegen sprechen sollen, der mittlerweile sehr, sehr prominent geworden ist...

Levan Kobiashvili: ...in diesem Fall muss ich sagen: Es stimmt einfach. Mesut war immer im Dribbling. Er konnte schon damals problemlos an ein, zwei Spielern vorbei gehen. Ich habe gleich gesagt: Es hat Spaß gemacht, Mesut zuzusehen, wie er mit dem Ball umgegangen ist, egal ob im Training oder im Spiel.

Morgenpost Online: Heute stehen Sie dem ehemaligen Azubi gegenüber. Sie befinden sich im Herbst Ihrer Fußball-Karriere, Özil spielt mittlerweile für einen der besten und renommiertesten Klubs der Welt. Was ist das für ein Gefühl für Sie?

Levan Kobiashvili: Es freut mich riesig für ihn, dass er so einen großen Schritt und so eine tolle Karriere hingelegt hat. Ich bin überzeugt davon, dass Mesut die deutschen Fans in den nächsten Jahren noch sehr oft begeistern wird.

Morgenpost Online: Haben Sie ihn auch als Mensch ein wenig kennengelernt?

Levan Kobiashvili: Ja, ich hatte ein wenig mehr Kontakt zu ihm. Das lag daran, dass ich immer mit Hamit Altintop auf einem Zimmer war, und die beiden waren sehr viel zusammen. Da habe ich ihn natürlich auch häufig abseits des Platzes kennengelernt. Er ist ein ganz netter Junge. Jeder Fußballer weiß, was er auf dem Platz kann. Aber als Mensch ist Mesut immer auf dem Boden geblieben.