Bundesliga 2011/2012

Hertha startet neue Saison zuhause gegen Nürnberg

Die Bundesligasaison beginnnt für Hertha im Berliner Olympiastadion mit einem Duell gegen den 1. FC Nürnberg. Trainer Markus Babbel freut sich auf die Partie, doch die Erinnerung an das letzte Gastspiel des Clubs hat einen bitteren Beigeschmack.

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Seit der vergangenen Saison wissen wir: Der Profi-Fußball kann ziemlich unberechenbar sein. Das gilt jetzt auch für Hertha BSC. Da hatten alle – Fans, Experten, Verantwortliche – damit gerechnet, die Berliner würden mit einem Auswärtsspiel in die kommende Bundesliga-Saison starten, die am 5. August mit der Partie Borussia Dortmund gegen den Hamburger SV eröffnet wird. Bei einem Heimspiel wäre der Klub am fünften und siebten Spieltag ebenfalls zu Hause angetreten, zwei Termine, an denen das Olympiastadion gebucht ist: für das Leichtathletik-Fest Istaf und den Besuch des Papstes.

Am Dienstag nun präsentierte die Deutsche Fußball-Liga (DFL) den Spielplan für die Saison 2011/12, und siehe da: Hertha beginnt am 6. oder 7. August (die genauen Termine stehen noch nicht fest) trotzdem mit einem Heimspiel, und zwar gegen den 1. FC Nürnberg. Möglich machen das zwei aufeinander folgende Auswärtspartien, die den Rhythmus drehen. „Das ist eine tolle Überraschung. Ein Auftakt gegen Nürnberg ist perfekt, jetzt brauchen wir nur ein randvolles Olympiastadion dazu“, sagte Trainer Markus Babbel, eine Vorstellung, die auch Geschäftsführer Ingo Schiller zu gefallen schien: „Wir haben mit einem tollen Erlebnis, dem ausverkauften Heimspiel gegen den FC Augsburg, den Aufstieg gefeiert. Jetzt starten wir auch mit einem Heimspiel gegen den Club in die Bundesliga – das ist wunderbar, da freut sich ganz Berlin drauf.“ Und Kapitän Andre Mijatovic meinte: „Dass wir zu Hause starten, hatte ich nicht erwartet. Irgendwie hatten wir alle mit einem Auswärtsbeginn gerechnet. Fantastisch, jetzt können unsere Fans die Rückkehr in die Bundesliga im Olympiastadion feiern.“

Bittere Erinnerung an letztes Gastspiel

So fröhlich sich das gestern anhörte, so bitter ist die Erinnerung an das letzte Gastspiel des Clubs in Berlin. Es war der 13. März 2010, der Abstieg stand kurz bevor. Der Gang in die Zweite Liga musste zwar noch etwas warten, trotzdem stürmten rund 150 aufgebrachte Randalierer nach der 1:2-Niederlage den Platz, zerschmetterten mit Stangen oder den bloßen Fäusten Werbebanden und sogar die Hertha-Ersatzbank. Es war der absolute Tiefpunkt der Abstiegssaison, und ein kostspieliger dazu: 50.000 Euro Strafe zahlte Hertha, außerdem wurde für das Heimspiel gegen Stuttgart die Ostkurve komplett gesperrt – die Fans zogen zum Public-Viewing in die Waldbühne um. So wird dann wohl auch der Empfang für Nürnbergs Torwart Raphael Schäfer trotz aller Aufstiegs-Euphorie nicht allzu freundlich ausfallen, hatte er doch mit seinen Gesten in Richtung Hertha-Fans zumindest einen Anteil an dem Gewaltausbruch.

Jetzt soll alles anders werden. „Insgesamt bin ich mit dem Spielplan sehr zufrieden“, sagte Manager Michael Preetz. Das erste sportliche Schwergewicht wartet am fünften Spieltag auf die Berliner, wenn es zum Deutschen Meister Borussia Dortmund geht. Diese Ansetzung birgt in der zweiten Saisonhälfte ein besonderes Schmankerl: Denn im Rückspiel, am 22. Spieltag, wird Hertha das 1000. Bundesligaspiel bestreiten. Einen würdigeren Rahmen gibt es wohl nicht. Vier Spieltage später reist Hertha mit der neuen Bayern-Fraktion aus Babbel, Christian Lell, Andreas Ottl und Thomas Kraft in die alte Heimat zum FC Bayern München. „Ich freue mich auf die Liga, besonders natürlich auf die Partie bei den Bayern“, meint Lell.

Auch Saisonabschluss zu Hause

Erst einmal aber liegt der Fokus auf dem Start gegen Nürnberg. „Gerade als Neuling müssen wir da sehen, dass wir gleich den maximalen Erfolg für einen guten Start rausholen“, sagt Torwart Kraft, und Lell meint: „Ein Start zu Hause gegen Nürnberg ist sehr gut. Der Club ist stark, aber eben auch nicht zu stark. Dann haben wir zwei Auswärtsspiele hintereinander, nicht perfekt, aber wir müssen es nehmen, wie es kommt.“ Die beiden Partien in der Fremde muss jede Mannschaft irgendwann hinter sich bringen. Hertha aber bescheren sie nicht nur einen Auftakt nach Maß: Auch der letzte Spieltag der Saison gegen Hoffenheim gerät so automatisch zu einem Heimspiel.

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