Saisonauftakt

Hertha im ersten Aufstiegsspiel noch nie siegreich

Der Blick in die Bundesliga-Historie von Hertha BSC ist zermürbend: Als Aufsteiger gelang den Berlinern noch nie ein Sieg. Nun stellt sich der Klub zum fünften Mal dieser Herausforderung.

Foto: Reto Klar

Aufsteiger Hertha BSC und der Start in die Bundesliga – zum fünften Mal steht der Hauptstadt-Klub vor dieser Herausforderung. Der Blick in die Historie zeigt: Leicht war es nie. 1968 starteten die Berliner mit einem 0:2 bei Eintracht Frankfurt. Im ersten Heimspiel musste sich die Mannschaft um Gernot Fraydl, Peter Enders und Werner Ipta mit einem 1:1 gegen den MSV Duisburg begnügen. Erst in Runde sechs durchbrach Arno Steffenhagen mit seinem 1:0 gegen Werder Bremen vor 40.000 Fans im Olympiastadion den Bann. Am Saisonende hielt das Team von Trainer Helmut Kronsbein als Zwölfter die Liga.

1982 sah Hertha zum Saisonauftakt beim 1. FC Kaiserslautern wie der Sieger aus, führte nach Toren von Thomas Remark und Werner Killmaier auf dem gefürchteten Betzenberg 2:1 – ehe kurz vor Ende ein gewisser Friedhelm Funkel den 2:2-Ausgleich erzielte (84.). Mit dem ersten Saisonsieg am vierten Spieltag, einem 5:1 gegen den 1. FC Nürnberg, schienen die Berliner angekommen zu sein. Ein Irrtum – es gab insgesamt nur fünf Saisonsiege, Hertha stieg als Letzter ab.

Abstieg mit nur drei Siegen

Es kam noch schlimmer. 1990, Deutschland war im Wiedervereinigungstaumel. Die besten DDR-Kicker debütierten in der Bundesliga. Nur an Aufsteiger Hertha BSC waren die Ereignisse irgendwie vorbeigegangen. Nach einer anstrengenden Aufstiegssaison hatte Manager Horst Wolter vor dem Bundesliga-Start Urlaub gemacht. Die Werbung war mäßig. So kamen nur 32.000 Zuschauer ins Olympiastadion, um den Rückkehrer zu erleben. Das Team um Dirk Greiser, Jan Halvorsen und Theo Gries enttäuschte, 1:2 gegen St.Pauli. Die Mannschaft war vom zweiten Spieltag an Tabellenletzter. Den ersten Sieg in Runde zehn, ein 1:0 gegen Frankfurt (Tor: Axel Kruse), wollten nur noch 18.400 Fans sehen. Dem Katastrophen-Start folgte eine Katastrophen-Saison. Hertha stieg mit nur drei Siegen ab.

Dass es anders geht, belegte das Spieljahr 1997/98. 75.000 Fans pilgerten ins ausverkaufte Olympiastadion, um Herthas 1:1 gegen den damaligen Champions-League-Sieger Borussia Dortmund zu sehen. Zwar tat sich das Team von Jürgen Röber schwer, nach sieben Runden standen zwei Remis und fünf Niederlagen auf dem Konto. Erst am zwölften Spieltag, mit dem legendären 3:1 gegen den KSC, platzte der Knoten. Hertha nahm Fahrt auf und wurde am Ende sicherer Elfter – der Beginn einer wunderbaren Zeit.

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