Hertha-Manager

Warum Preetz die Vertragsverlängerung verdient

Das einstimmige Votum zur Vertragsverlängerung für Michael Preetz ist das Ergebnis von dessen guter Arbeit bei Hertha BSC. Denn der 44 Jahre alte Manager ist maßgeblich für den Imagewandel und die gute Nachwuchsarbeit verantwortlich.

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Ehe er sich auf den Weg in seinen Urlaubsort in der Schweiz machte, brachte Werner Gegenbauer im Präsidium von Hertha BSC noch eine Schlüsselpersonalie zum Abschluss: Das höchste Gremium des Vereins votierte bei seiner turnusmäßigen Sitzung mit 9:0 Stimmen für eine Verlängerung des noch bis 2012 gültigen Vertrages von Manager Michael Preetz um weitere zwei Jahre bis 2014. Die Entscheidung ist auch eine Entscheidung für die Neuausrichtung des Klubs unter Preetz – in vielerlei Hinsicht.

Kontinuität: Seit 2009 ist Preetz Geschäftsführer für Sport, Kommunikation und Medien des Bundesliga-Rückkehrers. Bei seinem nun festgelegten Vertragsende wird er dann fünf Jahre im Amt sein – der Beginn einer Ära, mindestens. Diese zu begründen traut das Präsidium Preetz als Nachfolger von Dieter Hoeneß offensichtlich zu – trotz gleichbleibend schwieriger wirtschaftlicher Voraussetzungen. Bevor auch Preetz sich für zehn Tage in den Urlaub verabschiedet hat, hat der Manager die Verträge mit einem Großteil der Trainer von Funktionsteam und Nachwuchsbereich verlängert. Die Kontinuität in diesem Bereich macht Sinn, denn die erfolgreiche Arbeit der U-Trainer dokumentiert sich in der Bewertung durch die Deutsche Fußball-Liga, die Herthas Nachwuchsarbeit jüngst abermals mit der Höchstnote von drei Sternen zertifiziert hat.

Imagewandel: Hertha BSC war jahrelang ein Verein, der bestenfalls Schulterzucken hervorrief. Aber im vergangenen Jahr ist Hertha auf Berlin und die Berliner (und Brandenburger) zugegangen, hat neue Fan- und Zielgruppen erschlossen – etwa dadurch, dass 11Freunde, dem Fußballmagazin der etwas anderen Art, ein Jahr lang sämtliche Türen offenstanden, wodurch der interessierten Öffentlichkeit ein tiefer Einblick in das Innenleben des vormals oft unnahbaren Vereins gestattet wurde.

Ausbildungsverein: Beim Personal ging bei Hertha über Jahre hinweg der Name von Spielern häufig vor deren Qualität. Preetz hat trotz begrenzter finanzieller Mittel einige auch in der Branche für Aufsehen sorgende Transfers getätigt: Thomas Kraft und Andreas Ottl wechselten vom FC Bayern zu Hertha, zuvor kam Peter Niemeyer von Werder Bremen. Geändert hat sich auch die Art des Arbeitens. Im innersten Kreis geschieht vor jeder Transferphase eine frühe Festlegung auf Namen. Und Hertha ist so ein Ausbildungsverein der etwas anderen Art geworden. Der Klub muss seine Stars auf absehbare Zeit selbst entwickeln. Auf der einen Seite Talente wie Lasogga, Schulz und Co., aber auch solche Spieler, die in ihrer bisherigen Karriere nicht an den Punkt gekommen waren, an den sie nun bei Hertha kommen sollen: Leistungsträger eines im ersten Jahr noch bescheidenen, danach aber durchaus ambitionierten Bundesligisten. Um die einen wie die anderen zu finden, muss die Fußballwelt mit wachen Augen überblickt werden. Babbel und Preetz arbeiten so perfekt zusammen. Er habe es „lange nicht erlebt, dass Trainer und Manager in Personalfragen derart gut harmonieren“, sagt Präsident Gegenbauer. Die Verlängerung von Preetz' Vertrag war richtig und auch vom Zeitpunkt her logisch. Babbels Kontrakt ist noch bis Sommer 2012 befristet. Beweist er, dass er mit Hertha auch in der höchsten Spielklasse bestehen kann, wird es eine der exponierten Absichten von Preetz sein, auch auf der Cheftrainerstelle der Profis für Kontinuität zu sorgen.

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