Neue Saison

Hertha BSC plant 1. Liga mit 57-Millionen-Etat

Bei den Fans hoch im Kurs, bei den Banken weiter in der Kreide: Hertha BSC kehrt mit finanziellen Belastungen in die Fußball-Bundesliga zurück. Geplant wird "absolut konservativ".

Aufsteiger Hertha BSC plant die neue Saison in der Bundesliga mit einem Etat von 57,6 Millionen Euro. Für Personal wird der Berliner Club 24,8 Millionen Euro ausgeben. Diese Zahlen präsentierte Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller am Montag. „Wir planen absolut konservativ“, erklärte Schiller. So sind nur Einnahmen aus den ersten zwei Pokalrunden im Etat verankert. Auch den geplanten Zuschauerschnitt setzt Hertha mit 43.000 bescheiden an. In der Aufstiegssaison der 2. Bundesliga passierten pro Spiel mehr als 46.000 Fans die Stadiontore.

Der Aufwand für die Aufstiegssaison wird sich auf rund 45 Millionen Euro summieren. Ursprünglich hatte Hertha nur mit 33 Millionen Euro geplant. Dennoch will der Verein die Spielzeit mit verringerten Verbindlichkeiten von knapp über 30 Millionen Euro abschließen. Acht Millionen Euro, die ein weiter unbekannter Gönner zur Verfügung gestellt hat, sind in den Schuldenabbau geflossen. In der Abstiegssaison 2009/10 in der 1. Liga hatte Hertha noch 84 Millionen Euro ausgegeben, ohne den Absturz verhindern zu können.

„Ich sehe es für uns eher als Chance“, sagte Schiller zu den neuen Etatzahlen, die in der Bundesliga eher in der unteren Hälfte angesiedelt sind. „Entscheidend wird sein, wie wir diese Mittel einsetzen“, betonte der Geschäftsführer. Für Investitionen in neue Profis sei „kein größerer Betrag eingeplant“. In der TV-Geldrangliste der 1. Liga, die sich nach einer Vier-Jahres-Wertung errechnet, steht Hertha nur auf Rang 15. Zudem muss der Club in der neuen Saison noch Mietzahlungen für das Olympiastadion von rund zwei Millionen Euro tilgen, die der Berliner Senat in der 2. Liga gestundet hatte. „Es geht jetzt darum, das Niveau zu halten“, sagte Schiller zur Schuldenentwicklung des Clubs.

Eine Ausweitung des finanziellen Spielraums könnte laut Schiller im DFB-Pokal beim Erreichen der 3. Runde, durch einen höheren Zuschauerschnitt sowie durch Transfererlöse erreicht werden. Die vom Senat gestundete Stadionmiete über rund zwei Millionen Euro will der Klub komplett in der neuen Saison tilgen.

Viel Geld für Neuverpflichtungen bleibt nicht, größere Ablösesumme können nicht gezahlt werden. Dennoch soll der Kader noch verstärkt werden. Nachdem bereits Torwart Thomas Kraft von Bayern München an die Spree kam, steht in Mittelfeldspieler Andreas Ottl ein weiterer Bayern-Profi hinzu. Weiterhin im Gespräch ist Abwehrspieler Maik Franz von Absteiger Eintracht Frankfurt. Auch der ehemalige Berliner Malik Fathi in Diensten des FSV Mainz 05 brachte sich für eine Rückkehr ins Gespräch.

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