Trainer-Entlassung

Hertha und Favre ziehen vor DFB-Schiedsgericht

Sie wollen möglichst nicht vor das Arbeitsgericht. Hertha BSC und der frühere Trainer Lucien Favre werden ihren Streit um die fristlose Entlassung des Coaches zunächst vor dem DFB-Schiedsgericht fortsetzen. Für den Schweizer geht es um 1,4 Millionen Euro.

Der Streit zwischen dem Bundesligisten Hertha BSC Berlin und seinem fristlos gekündigten früheren Trainer Lucien Favre wird vor dem Schiedsgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) fortgesetzt. Das gaben beide Parteien im Rahmen des Gütetermins im Kündigungsverfahren vor dem Landesarbeitsgericht in Berlin-Tiergarten bekannt. Das Streitverfahren wird bis dahin ruhen.

„Wir rechnen damit, dass wir Ende Januar in Frankfurt einen Termin bekommen“, sagte Herthas Rechtsbeistand und Ex-Profi Dirk Greiser nach einer kurzen Aussprache Freitagmittag. „Wir hoffen weiter auf eine Einigung. Die Erfolgsquote von Herrn Götz Eilers beim DFB liegt bei 95 Prozent“, sagte Greiser. Sollten sich beide Parteien nicht einigen, wird das Streitverfahren in Berlin vor dem Arbeitsgericht wieder aufgenommen.

Hertha hatte Favre wegen angeblich vereinsschädigender Aussagen fristlos gekündigt und wollte eine Abfindung für den am 28. September freigestellten Trainer nicht mehr bezahlen. Favre hingegen bestand auf die Zahlung der Abfindung in Höhe von 1,4 Millionen Euro und hatte vor dem Arbeitsgericht eine Kündigungsschutzklage eingereicht.

Der 51 Jahre alte Favre, der nicht zur Verhandlung erschienen war, hatte die Klubführung von Hertha in einer privaten Pressekonferenz am 6. Oktober indirekt kritisiert, obwohl er sich bei seiner Freistellung zum Stillschweigen verpflichtet hatte. Er hatte der Führung um Präsident Werner Gegenbauer eine verfehlte Personalpolitik vorgeworfen. Der Klub habe zu spät über Neuverpflichtungen nachgedacht. „Es ist bemerkenswert, dass Herr Gegenbauer jetzt darüber spricht“, hatte Favre gesagt.