Pleite gegen 1860

Hertha BSC muss seine Meisterfeier vertagen

Vier Tage nach dem vorzeitigen Aufstieg in die Bundesliga unterlag das Team am 32. Spieltag 1:2 gegen 1860 München. Dabei hatte man fahrlässig die Führung aus der Hand gegeben.

Die Berliner Fußball-Party ging weiter – nur das Resultat stimmte nicht. Vier Tage nach der feststehenden Rückkehr in die Fußball-Bundesliga unterlag Hertha BSC am Freitag vor wieder imposanter Heim-Kulisse gegen 1860 München mit 1:2 (0:0). Damit blieb der Hauptstadtclub bei 68 Punkten und musste die Meisterfeier verschieben. Allerdings hat es Hertha an den ausstehenden zwei Spieltagen weiter in der eigenen Hand, den ersten Platz in der 2. Fußball-Bundesliga klarzumachen.

Vor 57 829 Zuschauern im Olympiastadion brachte Pierre-Michel Lasogga mit seinem 13. Saisontor den Aufsteiger zwar in Führung (60. Minute). Doch Necat Aygün (63.) und Stefan Buck (70.) drehten für die „Löwen“ noch die Partie. „Wir sind Hertha und steigen wieder auf“, sangen dennoch die blau-weißen Anhänger in der Ostkurve, die mit ihrem stimmungsvollen Auftritt das eigene Team diesmal abhängten.

Die Hertha-Fans feierten ihre Aufsteiger von der ersten Minute an ausgelassen. Doch die Gäste standen, wie zuvor von ihrem Coach Reiner Maurer versprochen, keinesfalls „nur Spalier“ bei der Party. Immer wieder initiierten sie schon im ersten Durchgang schnelle Gegenangriffe. Benjamin Lauth setzte den Ball gleich zweimal (3. und 18.) nur knapp am Berliner Gehäuse vorbei. Und bei einem Kopfball des agilen Daniel Halfar war Hertha-Torwart Maikel Aerts bereits geschlagen, doch Lewan Kobiaschwili klärte auf der eigenen Torlinie.

Auf der anderen Seite traf Kobiaschwili nach schöner Kombination nur das Außennetz des 1860-Tores (12.). Raffael, den Trainer Markus Babbel nach einer Bankrolle beim 1:0-Aufstiegssieg in Duisburg wieder in die Mittelfeld-Zentrale beordert hatte, vergab freistehend die größte Möglichkeit zur Hertha-Führung (29.). Nach Vorarbeit von Christian Lell war dann schließlich Lasogga aus fünf Metern zur Stelle. Die Freude dauerte nicht lange: Zweimal war Herthas Abwehr bei Münchner Freistößen nicht voll konzentriert.

Einen Rekord hat Hertha trotz des erst einmal verpassten Zweitliga-Titels schon in der Tasche. Das letzte Saisonheimspiel am 15. Mai gegen den FC Augsburg werden dank Zusatztribüne 76 000 Fans sehen – damit wird Berlin mit einem Schnitt von weit über 45 000 den Zuschauerrekord der 2. Liga knacken. Den bisherigen Punkterekord von Hannover 96 aus der Saison 2001/02 (75) allerdings können die Berliner nicht mehr erreichen.

Schema: Hertha BSC Berlin - 1860 München 1:2 (0:0)

Berlin: Aerts - Lell, Hubnik, Mijatovic, Kobiaschwilli - Niemeyer (79. Domowtschiski), Lustenberger - Ebert (66. Nico Schulz), Raffael, Ramos - Lasogga. - Trainer: Babbel

München: Kiraly - Rukavina, Aygün, Buck, Benjamin Schwarz (56. Schindler) - Stahl, Bülow - Aigner, Halfar (89. Bierofka) - Lauth (90. Rakic), Volland. - Trainer: Maurer

Schiedsrichter: Florian Steuer (Menden)

Tore: 1:0 Lasogga (61.), 1:1 Aygün (64.), 1:2 Buck (70.)

Zuschauer: 57.829

Beste Spieler: Niemeyer, Lell - Kiraly, Aygün

Gelbe Karten: Lasogga (5), Lustenberger (3), Nico Schulz (3), Raffael (5), Lell (6) - Benjamin Schwarz, Buck (4)

Torschüsse: 16:8

Ecken: 4:4

Ballbesitz: 58:42 Prozent