Fußball

Wenn Hertha Kinderträume wahr macht

Die Berliner Morgenpost und Deutsche Bahn brachten mit ihrer Aktion "Hertha-Eskorte" beim Spiel gegen Osnabrück 44 Kinderaugen zu glänzen. Ganz stolz im Trikot durften die Kleinen an der Hand ihres Fußball-Vorbilds ins Stadion einlaufen.

Es muss wohl auch an Max Dommel gelegen haben, dass Hertha beim 4:0 gegen Osnabrück eine Galavorstellung abgeliefert hat. Denn der Sechsjährige aus Schöneberg hatte maßgeblichen Anteil daran, dass Pierre-Michel Lasogga, Herthas Shootingstar und zweifacher Torschütze, an diesem Tag den direkten Weg auf das Spielfeld fand. An der Hand führte Max den Mittelstürmer auf den Rasen im Olympiastadion vor fast 50.000 Zuschauer und freute sich riesig. „Ich hatte ganz nasse Hände“, strahlte der Erstklässler immer noch ganz aufgeregt nach dem Spiel. Kein Auge habe er zumachen können, vor seinem großen Tag.

Vor dem 30. Spieltag in der zweiten Bundesliga hatte die Morgenpost in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn für die Aktion „Hertha-Eskorte“ 22 Jungen und Mädchen gesucht, die beide Mannschaften in die Arena führen. Und Max war ebenso dabei wie Charlotte Schliek. Die Siebenjährige spielt als einziges Mädchen in einer Jungenmannschaft und wollte unbedingt mit ihrem Lieblingsspieler Fabian Lustenberger auflaufen. Das hätte wahrlich lustig ausgesehen, denn Charlotte könnte mit ihren blonden langen Locken auch als kleine Schwester des Schweizer Defensivallrounders durchgehen, weshalb sie von den Klassenkameraden auch „Lusti“ genannt wird. Dass es für „Lusti“ dann doch „nur“ Peter Niemeyer geworden ist, der sie an die Hand nahm, war „auch ganz toll“. „Der Peter ist ja auch gut“, fand Charlotte.

Weil auch die Gäste aus Niedersachsen einen Talisman für das schwere Spiel gegen den Tabellenführer gebrauchen konnten, durfte Thorben Lange Osnabrücks Stürmer Dennis Schmidt auf den Rasen begleiten. Das war aber „gar nicht schlimm“, zeigte sich der Achtjährige, der schon mal die echte Meisterschale in den Händen hatte, großzügig. Zwar war das im Vereinsmuseum von Borussia Dortmund, aber dass eines Tages auch sein Lieblingsklub Hertha die Schale gewinnen wird, ist sich Thorben sicher. „Aber erst mal werden wir Zweitligameister.“

Für Cedrik Komorowksi war es sogar schon das dritte Mal, dass er als Einlaufkind ganz dicht an seinen Stars dran war. Sogar im Auswärtsspiel bei Arminia Bielefeld in der Hinrunde war der acht Jahre alte Zehlendorfer schon dabei. Zusammen mit seiner Uroma hat er seit fast zwei Jahren kein Heimspiel verpasst. „Aber heute war es am schönsten“, sagte Cedrik nach dem Spiel. Ganz geschickt hatte es Mia Mahlmeister angestellt. Als eine Hertha-Betreuerin die Einlaufkinder fragte, wer denn mit dem Schiedsrichter einmarschieren möchte, meldete sich die Sechsjährige prompt. „Weil ich ganz vorne sein wollte“, so Mia. „Total viel Spaß“ hat es auch Mias Zwillingsbruder Max gemacht. Mit Herthas baumgroßen Abwehrspieler Roman Hubnik ging es für ihn Hand in Hand auf den Rasen „Ich habe die ganze Nacht vom Einlaufen geträumt“, gestand der Erstklässler, der irgendwann selbst Profi beim Hauptstadtklub werden möchte. Gute Gene hat er ja, denn schon der Opa war professioneller Fußballspieler. In den 60er Jahren spielte er für den Stadtrivalen Tasmania im Olympiastadion. „Das schaffe ich auch“, glaubt der Enkel. Den Tag, an dem Hertha mit einem fulminanten Heimsieg ein großer Schritt Richtung Aufstieg gelungen ist, werden die Sechs ebenso wenig vergessen wie die anderen 16 Hertha-Glücksbringer.