Hertha BSC

Babbels Verwirrspiele mit Gegner Fürth

Mit konkreten Aussagen zur Aufstellung hält sich der Hertha-Trainer vor dem Topspiel in Fürth auffällig zurück. Wohl auch, um den Gegner zu verwirren. Dabei haben die Franken auch so gehörigen Respekt.

Foto: AP

Täuschen, tarnen und bluffen – die Indizien zeigen an, dass ein Topspiel ansteht. So sind die Aussagen der Verantwortlichen zu werten, wenn Hertha BSC am Montag bei Greuther Fürth antritt (20.15 Uhr). Der Erste beim Dritten, so ist die Ansetzung vor diesem Spieltag, prompt wartete Trainer Markus Babbel mit überraschenden Nachrichten auf. Auf die Frage, wer den verletzten Christian Lell ersetzt, sagte Babbel: Der bundesligaerfahrene Christoph Janker (26) stehe bereit, ebenso das hochveranlagte Talent Alfredo Morales (20). „Aber ich hoffe auch noch, dass Christian vielleicht schon wieder spielen kann.“

Das wäre eine Blitzheilung. Nach dem 3:1 gegen den FSV Frankfurt hatte es geheißen: Muskelfaserriss im Oberschenkel, zwei Wochen Pause für Lell. Deshalb darf man die Botschaft hinter der Babbel-Aussage lesen: Sollen die Fürther doch ins Grübeln kommen, ob Herthas rechte Abwehrseite eine Stärke oder eine Schwäche darstellt. Bei Hertha werden sie bis zum Anstoß am Montag nicht das Geringste unternehmen, um die Unklarheit zu beseitigen.

Auf der anderen Seite tun die Gastgeber alles, um Hertha in Sicherheit zu wiegen. Thomas Kleine, der Kapitän von Greuther, sagt: „Hertha ist auswärts stark und hat schon viele Tore geschossen.“ Manager Rachid Azzouzi (40) sagt im „Kicker“: „Berlin ist die Hauptstadt, Berlin gehört in die 1. Liga. Entsprechend sind sie in allen Bereichen aufgestellt. Diese Mannschaft steht über allem.“

Baggert Schalke an Büskens?

Doch die Gäste tun gut daran, sich nicht einlullen zu lassen. Hertha verfügt zwar über die beste Offensive der Liga (52 Tore), Fürth hingegen über die beste Defensive mit nur 19 Gegentoren in 25 Spielen. In den acht Rückrunden-Partien sind die Fürther ungeschlagen (vier Siege, vier Unentschieden). In der heimischen Trolli-Arena setzte es in dieser Saison lediglich eine Niederlage. Zudem ist die SpVgg schwer auszurechnen. Die 39 Saisontore verteilen sich auf 15 Schützen, Topscorer ist Sercan Sararer mit sieben Treffern. Hertha-Trainer Babbel erklärt den Gegner: „Fürth spielt sehr diszipliniert gegen den Ball. Sie habe eine gute Balance und schalten extrem schnell um. Dazu haben sie eine gute Mischung von jungen und erfahrenen Spielern.“ Greuther sei ein schwieriger Gegner. „Sie machen die Räume eng und werden uns richtig fordern. Wir müssen dort eine Topperformance abliefern.“

Die Erfolge haben in Fürth zu ungewohntem Selbstbewusstsein geführt. Der dienstälteste Zweitligist (seit 1997 ununterbrochen dabei) hat sich aus der Kuschelecke des „ewigen Fünften“ verabschiedet. „Wir wollen aufsteigen“, heißt die neue Zielsetzung, die Manager Azzouzi verkündet. „Unserer Mannschaft ist jung und hat Potenzial. In der 1. Liga würden wir uns ein bisschen leichter tun.“

Hertha wird sich auf folgende Strategie der Hausherren einstellen müssen: Abwehrchef Kleine sagt: Man müsse hinten kompakt stehen und dürfe den Berlinern nicht ins offene Messer laufen.

Babbel wollte sich bei der Frage nach der eigenen Ausrichtung noch nicht in die Karten schauen lassen. Etwa bei der Frage, welche beiden Spieler die sogenannte Doppelsechs bilden werden: Peter Niemeyer oder Fabian Lustenberger oder Raffael? „Das ist ein Luxusproblem, das habe ich als Trainer gern.“

Zudem haben sie in Berlin natürlich registriert, dass auch Fürth von dem Trainer-Beben erfasst werden kann, das derzeit durch den deutschen Profifußball geht. So meldete eine Nachrichten-Agentur, das Mike Büskens, als Aktiver „Eurofighter“ von 1997, im engeren Kreis für die Nachfolge auf Schalke sei, wenn dort Felix Magath gehen muss. „Das ist ein Gerücht. Auf solche gebe ich überhaupt nichts“, zitierte die Nürnberger Zeitung den Fürther Trainer. „Mich interessiert jetzt nur die Vorbereitung auf unser schweres Heimspiel gegen Hertha BSC.“

Zudem hofft der gebürtige Bayer Babbel, dass sich sein Aufwärtstrend in Bayern fortsetzt. Bei der ersten Partie im Süden der Republik bei 1860 München unterlag Hertha 0:1, beim FC Augsburg gab es ein 1:1. Babbel: „Wenn das Gesetz der Serie gilt, ist jetzt ein Sieg dran.“

Lesen Sie hier: Bluff oder Blitzheilung – was läuft da mit Christian Lell? Reden Sie mit auf www.immerhertha.de - das Blog von Morgenpost Online.