Kommentar

Hertha – Vertrauen bringt nur eine Siegserie

Nach dem 5:0 Sieg gegen Aachen: Daniel Stolpe über Herthas seltsame Berg- und Talfahrt.

Nun also wieder eine Topleistung. Dem Gesetz der Serie folgend hatte es gar nicht anders kommen können. Wie der Lokalrivale 1. FC Union, der nach Auswärtssiegen in Serie Mal um Mal zu Hause den vorentscheidenden Schritt zum Klassenerhalt verpasst, so folgt auch bei Hertha BSC seit Wochen einer überraschend schlechten eine ebenso verblüffend gute Leistung – wie nun das 5:0 bei Alemannia Aachen. Ihr Potenzial zur Gänze abzurufen vermag diese so hoch talentierte Mannschaft anscheinend nur unter Druck.

In dieser Woche, nach dem erzitterten 2:2 gegen Cottbus im Olympiastadion, war der Druck auf Hertha nun besonders hoch, die Kritik an Spielern besonders hart. Aber anders als vom Verein wahrgenommen, war nicht etwa eine Kampagne gegen einzelne Akteure das Ziel. Sondern die generelle Sorge um ein Verpassen des Saisonziels der Antrieb. Den Punkten nach ist die von Trainer Markus Babbel verantwortete „Mission Wiederaufstieg“ auf Kurs. Doch ist der Eindruck entstanden, als verfüge das Babbel-Ensemble nicht über die nötige Mentalität und erst recht Widerstandsfähigkeit für ein Bestehen im Aufstiegsrennen.

Diese grundsätzlichen Zweifel überdauern auch den überzeugenden Sieg von Aachen. Hertha BSC muss hinnehmen, dass die ganz große Euphorie so lange nicht aufkommen wird, wie die Mannschaft jetzt nicht mit Siegen in Serie frisches Vertrauen in sie erwirbt. Denn gut, schlecht, gut, schlecht, gut – ein solches Auf und Ab kann auf Dauer gefährlich, weil am Ende zu wenig sein.