Sieg gegen Düsseldorf

Hertha schießt sich an die Tabellenspitze

Es war ein Wechselbad der Gefühle, ein spannender Nachmittag für Hertha- und Fortunafans - und ein Ergebnis zum Jubel für die Berliner. Aus einem 2:2 machten sie letztlich noch ein 4:2 und holten sich die Tabellenführung.

Das Gerangel um die Aufstiegsränge wird immer heftiger – und Hertha BSC ist wieder ganz vorne dabei. Mit dem 4:2- Zittersieg am Sonntag gegen Fortuna Düsseldorf übernahmen die Berliner erstmals seit dem 12. Spieltag wieder die Tabellenführung in der 2. Fußball-Bundesliga. „Wir haben eine Vielzahl hochkarätiger Chancen nicht genutzt, deshalb mussten wir bis zum Schluss zittern“, stellte Hertha-Trainer Markus Babbel nach dem schwer erkämpften Erfolg erleichtert fest.

Hertha BSC Berlin stürmte mit Kampfgeist und großer Moral an die Spitze der 2. Liga, erlebte aber ein Wechselbad der Gefühle. Jungstar Pierre-Michel Lasogga, der zuletzt beim 3:1 in Oberhausen einen Doppelpack erzielt hatte, erlöste die Hauptstädter mit dem Treffer zum 3:2 (77.). Der Kolumbianer Adrian Ramos, der schon das 1:1 (29. ) markiert hatte, traf einen Tag nach seinem 25. Geburtstag zum 4:2-Endstand (90.+4). Den weiteren Treffer erzielte Nikita Rukavytsya (51.).

„Es war eine hochinteressante Begegnung gegen einen extrem unbequemen Gegner. Ich denke, der Sieg ist im Großen und Ganzen verdient. Das war die Partie, in der wir uns bislang die meisten Chancen herausgespielt haben“, erklärte Hertha-Trainer Markus Babbel.

Für die aufopferungsvoll kämpfende Fortuna reichte der Doppelpack von Kapitän Andreas Lambertz (21. und 68.) nicht. Am Ende war Lambertz der „tragische Held“ und musste in der 84. Minute nach wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot vorzeitig vom Platz.

Im Kampf um die begehrten Spitzenplätze ist der Top-Favorit aus Berlin nicht allein: Mindestens sieben weitere Mannschaften können sich noch Hoffnungen auf den Aufstieg in die Bundesliga machen. Neben Hertha und Energie Cottbus (2:1 gegen Bielefeld) waren der FSV Frankfurt und die SpVgg Greuther Fürth die Gewinner des 19. Spieltags. Der FSV fertigte Rot-Weiß Oberhausen nach einem Dreierpack von Sascha Mölders und einem weiteren Treffer von Mario Fillinger mit 4:0 ab und kamen bis auf zwei Punkte an Platz drei heran.

Dem Tabellenvierten Fürth reichte das erste Profitor des erst 18-jährigen Felix Klaus (76. Minute) zum 1:0 gegen Union Berlin.

Wertvolle Punkte im Aufstiegsrennen büßten der FC Augsburg (1:1 in Paderborn) und der MSV Duisburg (1:1 in Ingolstadt) ein. Aufsteiger Erzgebirge Aue kann von den Patzer der Konkurrenz profitieren, wenn das Verfolger-Duell an diesem Montag (20.15 Uhr) beim VfL Bochum gewonnen werden sollte. Außerdem haben die Sachsen noch ein Nachholspiel in der Hinterhand.

Cottbus kratzt nach dem 2:1 und gleich drei Elfmetern gegen Bielefeld wieder an den Aufstiegsrängen, doch Trainer Claus-Dieter Wollitz will davon nichts wissen. „Wir wollen Platz drei – das haben die Spieler gesagt. Wenn sie den erreichen wollen, müssen sie anders spielen“, kritisierte er und forderte sein Team vor dem Pokal-Hit am Mittwoch gegen 1899 Hoffenheim auf, den offensichtlich lähmenden Aufstiegsdruck abzulegen: „ Wir stecken in einer Entwicklung und sollten uns davon frei machen, ganz oben anzugreifen“.

Im Tabellenkeller gehen bei Bielefeld langsam die Lichter aus, doch Trainer Ewald Lienen hat die Hoffnung auf den Klassenverbleib noch nicht aufgegeben: „Wir treten vielleicht in der Tabelle auf der Stelle, aber kämpferisch und spielerisch entwickeln wir uns stetig“. Beim Tabellenvorletzten FC Ingolstadt macht sich Torwart Sascha Kirschstein damit Mut, dass „die entscheidenden Spiele erst kommen“.

Nichts Gutes schwant dagegen Uwe Rapolder beim auswärts noch sieglosen Karlsruher SC: „Der eine oder andere steht mit weißen Schuhen auf dem Platz. Da fehlen nur noch die weißen Handschuhe“, schimpfte der KSC-Coach nach dem 2:4 in Aachen: „So geht's in die 3. Liga, aber das wollen wir nicht“.

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