Berliner Fussball

Hertha BSC kündigt Lucien Favre fristlos

Nun ist die Ära Lucien Favre bei Hertha BSC offiziell vorbei. Der Schweizer Trainer war zwar seit Ende September nicht mehr im Amt, aber weiter Angestellter des Berliner Bundesligisten. Am Montag kündigte ihm der Klub fristlos. Anlass ist Favres Pressekonferenz Anfang des Monats.

Berlins Fußball-Erstligist Hertha BSC hat seinen Ex-Trainer Lucien Favre fristlos entlassen. Der Verein hatte den Trainer Ende September freigestellt und als Nachfolger Friedhelm Funkel verpflichtet. „Lucien Favre wird mit dem heutigen Tag fristlos gekündigt“, sagte Hertha-Pressesprecher Gerd Graus Morgenpost Online. Die Kündigung steht im Zusammenhang mit der Pressekonferenz von Lucien Favre nach seiner Freistellung am 6. Oktober im Berliner Hotel Adlon, in der der Schweizer Vorwürfe gegen die Führung von Hertha erhoben hatte.

Damals hatte Favre überraschend den ehemaligen Manager Dieter Hoeneß gelobt und die neue Vereinsführung kritisiert. "Der Verein hat die Trennung von Dieter Hoeneß nicht verkraftet. Dieser Umstand hat meine Arbeit erschwert", sagte der Trainer damals. Zudem sagte er einen Satz, der als Kritik an dem Transfer von Artur Wichniarek (32) zu deuten war: "Es war immer meine Philosophie, Spieler mit Perspektive zu verpflichten, die man später gewinnbringend verkaufen kann."

Hertha ließ alle Aussagen von einem Arbeitsrechtler prüfen. Die Verantwortlichen wollten feststellen, ob es sich um vereinsschädigendes Verhalten handelt. Favre hat einen Vertrag bis Juni 2011.

Bis einschließlich Montag, 19. Oktober konnte der Klub eine fristlose Kündigung einreichen. In diesem Fall könnte Favre den Anspruch auf sein Gehalt verlieren. Eine mögliche Lösung des Konfilkts wäre ein Vergleich.