Maikel Aerts

Hertha-Torhüter will Aufstieg alles unterordnen

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Uwe Bremer

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Hertha-Torhüter Maikel Aerts (34) träumt vom Aufstieg - und von diesem Traum will er sich durch nichts abbringen lassen. Seine Rolle im Team will er aber noch nicht näher definieren.

Morgenpost Online: Herr Aerts, wie ist nach gut zwei Wochen Ihr erster Eindruck von Hertha BSC?

Maikel Aerts: Ich habe einen super Eindruck und bin sehr glücklich. Hertha ist ein großer Verein mit vielen Fans. Und ich kann es kaum erwarten, in diesem tollen Stadion, in dem das WM-Finale 2006 ausgetragen worden ist, zu spielen.

Morgenpost Online: Sie haben, abgesehen von einem kurzen Ausflug nach Belgien, in 16 Profijahren immer in der Ehrendivision in den Niederlanden gespielt. Welche Unterschiede zu den Abläufen in Deutschland erkennen Sie schon?

Aerts: Das ist alles nicht zu vergleichen. Wir können uns bei Hertha ganz auf Fußball konzentrieren. Alle um die Mannschaft herum, die Trainer, die Ärzte, die Physiotherapeuten sind sehr freundlich. Wir werden extrem unterstützt.

Morgenpost Online: Sie wissen, dass ganz Berlin den sofortigen Aufstieg von Hertha BSC in die Bundesliga erwartet.

Aerts: Klar, deshalb bin ich gekommen, um zu helfen. Das ist unser großes Ziel: der Aufstieg, dem müssen wir alles unterordnen.

Morgenpost Online: Sie haben mit Sascha Burchert und Marco Sejna zwei Konkurrenten. Wie ist das Verhältnis untereinander?

Aerts: Wir arbeiten toll zusammen. Wissen Sie, Torwarte sind anders. Torwarte sind so etwas wie das Special Team in einer Mannschaft. Dazu gehört Christian Fiedler als Torwarttrainer, der das super macht. Ich bin zwar schon 34, lerne hier aber noch eine Menge neuer Übungen.

Morgenpost Online: Von Ihnen wird eine besondere Rolle erwartet, wie gehen Sie damit um?

Aerts: Ich bin derselbe Maikel wie in Holland, da ändert sich nichts. Aber als Torwart habe ich den besten Blick im Spiel. Ich sehe, was passiert. Da werde ich natürlich den Kollegen sagen, was ich sehe.

Morgenpost Online: Es gab 14 Ab- und zehn Zugänge, wie weit hat sich da schon eine Hierarchie herausbilden können?

Aerts: Es ist zu früh zu sagen. Aber ich finde das Wichtigste ist, dass wir alle zusammen uns für dieses eine Ziel einsetzen. Wenn wir als Mannschaft auftreten, mit elf Leuten, die sich alle untereinander helfen, haben wir einen Mann mehr auf dem Platz.

Morgenpost Online: Wie weit ist der Kader auf diesem Weg?

Aerts: Ich bin überrascht, wie gut der Zusammenhalt in den wenigen Tagen, die wir zusammen sind, geworden ist.

Morgenpost Online: Sie sind lange genug im Geschäft, Sie wissen dass auf dem Weg zurück in die Bundesliga Rückschläge geben wird.

Aerts: Ja, aber bei uns sagt niemand, dass das leichte Spiele werden. Wenn es mal schwierig wird, müssen wir die Ruhe bewahren.

Morgenpost Online: Manchmal ist auch der Erfolg für eine Mannschaft schwer zu vertragen.

Aerts: Es kann sein, dass nach einem Spiel Rob Friend im Mittelpunkt steht, weil er drei Tore geschossen hat. Und dann vielleicht Roman Hubnik, weil er den Star vom Gegner komplett ausgeschaltet hat. Und ich, weil ich drei Paraden gemacht habe. Aber das ist alles nicht wichtig. Wichtig ist, dass jeder versteht: Allein bist du nichts. Wir erreichen unser Ziel nur als Gruppe.

Morgenpost Online: Für Hertha BSC wird es ungewohnt sein, bei jedem Spiel die Favoritenrolle zu haben.

Aerts: Wir haben sehr viel Qualität in der Mannschaft. Ich glaube auch, dass die Mentalität da ist. Der Weg wird schwer, aber wir schaffen das. Wir müssen uns das Ziel vor Augen halten. Man muss im Leben Mut für Visionen haben. Wenn du keine Visionen mehr hast, siehst du nur noch Planken.

Morgenpost Online: Weil man sonst tot ist.

Aerts: Genau. Warum sollen wir nicht träumen? Meine Vision ist es, mit Hertha in die Bundesliga aufzusteigen.