Hertha BSC

Daniel Beichler macht Patrick Ebert Konkurrenz

Hertha BSC holt Daniel Beichler von Sturm Graz nach Berlin. Für 500.000 Euro - plus Nachschlag. Der offensive Mittelfeldspieler war 2009 "Aufsteiger des Jahres" und kommt topfit, um Patrick Eberts Platz zu erobern.

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Frei nach dem Otto-Motto „Einen haben wir noch“ wird Hertha BSC als zehnten und wohl letzten Zugang der laufenden Transferphase Daniel Beichler (21) vermelden. Nach Informationen von Morgenpost Online ist der Transfer mit Sturm Graz zu Ende verhandelt, es geht nur noch um Formalitäten. Hertha-Manager Michael Preetz hatte sich mit seinem Grazer Kollegen Oliver Kreuzer am Flughafen Basel getroffen. Dabei wurden die Eckpunkte des Transfers geklärt. Beichler, ein offensiver Mittelfeldspieler, der im angedachten 4-2-3-1-System rechts, links und zentral hinter der einzigen Sturmspitze eingesetzt werden kann, macht von einer Ausstiegsklausel aus seinem bis 2011 laufenden Vertrag Gebrauch.

Allerdings wird Hertha BSC nicht die dort festgelegte Ablösesumme von 1,3 Millionen Euro bezahlen. Kreuzer, Sportdirektor in Graz, ließ sich in österreichischen Zeitungen so zitieren: „Das erste Angebot, das uns Michael Preetz machte, war nicht in Ordnung, aber jetzt sieht die Sache sehr gut aus, Hertha ist knapp dran, Daniel Beichler demnächst schon präsentieren zu können – vermutlich noch im Camp in Oberstaufen, wo man noch bis Sonntag trainiert.“

Doch wie so oft im Profigeschäft lohnt es sich, genau hinzuschauen. Herthas Geschäftsführer Preetz und Ingo Schiller haben bei dem Treffen am Dienstagnachmittag den sofort fälligen Betrag auf 500.000 Euro heruntergehandelt. Diese Summe hatten die Berliner bereits bei ihrer ersten Offerte geboten. Neu hinzugekommen ist ein Nachschlag für den SK Sturm: Sollten die Berliner in die Bundesliga aufsteigen, erhält Graz weitere 250.000 Euro. Der Wechsel wird indessen nicht, wie von Kreuzer gemutmaßt, bis zum Sonntag abgewickelt, solange arbeiten die Herthaner noch im Trainingslager im Allgäu. Beichler wird Anfang der kommenden Woche in Berlin vorgestellt.

Der Mittelfeldspieler ist – wie auch tags zuvor der Australier Nikita Rukavytsya – nicht als Ersatz für Stürmer Adrian Ramos gesehen, sollte der Kolumbianer etwa zur TSG Hoffenheim wechseln. Beichler soll vor allem auf der rechten Seite Patrick Ebert Konkurrenz machen. Er hat die Jugendnationalmannschaften Österreichs durchlaufen und im April 2009 im A-Nationalteam debütiert, wo er es bisher auf fünf Länderspiele gebracht hat. 2009 wählte ihn die Vereinigung der organisierten Fußballer des Nachbarlandes zum „Aufsteiger des Jahres“. Zudem ist Beichler torgefährlich, was 21 Tore in 64 Ligaspielen dokumentieren.

Beichler wird seinen Dienst bei Hertha topfit antreten: Er hat bei Sturm Graz die gesamte Vorbereitung absolviert und ist zudem noch weiter als seine künftigen Kollegen. Die österreichische Bundesliga startet bereits an diesem Wochenende.