Neue Saison

Gojko Kacar verspricht Hertha BSC zehn Tore

Der 22-jährige Serbe steht vor einer großen Herausforderung bem Berliner Bundesligisten. Gemeinsam mit Raffael ist er der Profi, von dem sich die sportliche Leitung einen Leistungssprung erwartet. Kacar sieht seine Stärken in der Offensive. Doch Hertha sucht einen Topmann für die Abwehr.

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Im schwarzen Anzug stand Gojko Kacar am Strand von Sizilien und war gerührt. Neben ihm umarmte sein älterer Bruder Nenad die Italienerin, die er soeben geheiratet hatte. „Alles war weiß dekoriert. Es war eine wunderschöne Feier“, schwärmt Herthas Mittelfeldspieler im Trainingslager über die Zeremonie seines Bruders während der Sommerpause. Nach der Hochzeit sprachen die Geschwister über ihre Zukunft. Nenad will mit seiner Wasserballmannschaft in der zweiten italienischen Liga gut abschneiden, Gojko Kacar bei Hertha den nächsten Schritt in der Entwicklung machen. Der Serbe steht vor einer großen Herausforderung. Gemeinsam mit Raffael ist er der Profi, von dem sich die sportliche Leitung einen Leistungssprung erwartet. Im Verein sind sie sich einig: Beide haben das größte Potenzial. Sie müssen es nur ausschöpfen.

Zwar ist Kacar erst 22 Jahre alt, verfügt aber über viel Erfahrung. Kapitän Arne Friedrich fordert von ihm, sich zum Führungsspieler zu entwickeln: „Bislang haben seine osteuropäischen Freunde ihn an die Hand genommen. Jetzt ist Gojko gefordert, er muss Verantwortung übernehmen.“

Seine besten Kumpels haben den Verein verlassen

Tatsächlich haben mit den Kroaten Josip Simunic, Marko Babic und seinem serbischen Landsmann Marko Pantelic zuletzt seine besten Kumpels Hertha verlassen. „Sie haben mir sehr geholfen. Ihre Abgänge sind in sportlicher und menschlicher Hinsicht ein Verlust. Ich vermisse sie“, sagt Kacar. Er telefoniere regelmäßig mit Pantelic und Babic, die beide auf Jobsuche sind. „Ich verstehe mich auch mit anderen Spielern gut. Ich muss jetzt noch mehr Deutsch sprechen, das ist gut.“

Die Gerüchte um Angebote von internationalen Klubs würden ihn nicht ablenken. „Wenn ich anderen Vereinen auffalle, ehrt mich das. Aber in fühle mich in Berlin sehr wohl. Für mich zählt nur Hertha.“ Kacar, dessen Vertrag bis 2012 läuft, ist gereift. Er ist inzwischen mehr als ein Talent. Früher flog er so oft es geht zu seiner Familie nach Serbien. Heute bereist er Städte in Europa. „Ich fühle, dass ich dadurch reich werde. Reich an Erfahrungen und Eindrücken.“ Zuletzt war er in Schweden – allerdings beruflich. Im vergangenen Juni spielte er mit der U21 bei der EM.

Kacar würde sich auch ins Tor stellen

Deutschland wurde mit seinem Hertha-Kollegen Patrick Ebert Europameister, Kacar schied mit Serbien in der Vorrunde aus. „Ich hätte gern im Halbfinale oder Finale gegen ihn gespielt. Aber dafür habe er Ebert geschworen: „Bei der WM 2010 schieße ich ein Tor gegen Deutschland“, sagt Kacar und grinst. Erst einmal müsse Serbien sich natürlich qualifizieren. Die Chancen stehen gut. Mit der A-Nationalmannschaft belegt er in der Qualifikationsgruppe sieben derzeit Platz eins vor Frankreich.

In der U21 wurde er zuletzt im Sturm eingesetzt, in der Auswahl seines Landes hat Kacar auch Innenverteidiger gespielt. Herthas Trainer Lucien Favre will ihn auf dieser Position testen. „Wenn der Trainer will, stelle ich mich auch ins Tor. Ich spiele dort, wo er mich einsetzt. Meine Lieblingsposition ist aber im Mittelfeld.“ Wenn er das Spiel vor sich habe, könne er seine Stärken optimal einbringen.

Dafür ist eine gute Fitness Voraussetzung. Diese fehlte Kacar in Vergangenheit. Er ärgerte sich oft, dass er nicht bei hundert Prozent war. Wegen der Olympischen Spiele in Peking und einer Verletzung hatte er in der Vorbereitung zur neuen Saison und in der Winterpause lange gefehlt. „Auch wenn die Laufeinheiten hart sind, ist es super für mich, im Trainingslager dabei zu sein.“

Kacar hat sich einiges vorgenommen: Zehn Tore will er in Liga, DFB-Pokal und Europa League zum Erfolg beitragen. „Ich freue mich auf die neue Saison. Verantwortung übernehme ich vor allem auf dem Spielfeld.“ Irgendwann will er auch heiraten. Aber das habe Zeit. „Ich bin noch jung. Wenn ich mir sicher bin, mache ich es.“

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