Fussball-Bundesliga

Hertha BSC meldet Rekordumsatz

Seit Jahrzehnten war Hertha dem Meistertitel nicht mehr so nah und noch nie hat der Club so viel erlöst wie in dieser Bundesliga-Saison: 82,7 Millionen Euro melden die Berliner. Wie viel die Blau-Weißen in der kommenden Spielzeit ausgeben können, ist allerdings noch nicht klar. Das Saison-"Endspiel" gegen Karlsruhe wird alles entscheiden.

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Einen Tag vor dem Saisonfinale meldet Hertha BSC einen Rekordumsatz von 82,7 Millionen Euro. Dem steht in der zu Ende gehenden Saison ein wirtschaftlicher Aufwand von 83,5 Millionen Euro entgegen, so dass der Berliner Fußball-Bundesligist mit einem Jahresverlust von rund 800.000 Euro rechnet. Ingo Schiller, Herthas für Finanzen zuständiger Geschäftsführer, bezeichnete das Ergebnis als „rote Null“.

Der bisherige Umsatz-Rekord (77,8 Mio.) datiert aus der Saison 2007/08. Der deutlich höhere Zuschauer-Schnitt von 52.156 gegenüber 42.296 in der Vorsaison brachte nun rund eine Million Euro mehr aus dem Ticket-Verkauf in die Kasse. Wie rasant die Entwicklung auf wirtschaftlichem Gebiet verlaufen ist, zeigt dieser Vergleich: Vor zehn Jahren, als Hertha letztmals in der Champions League vertreten war, kam der Club noch mit einem Etat von rund 20 Millionen Euro aus. Jetzt hat sich dieser Wert mehr als vervierfacht.

Spiel gegen KSC entscheidet über neue Spieler-Einkäufe

Das mögliche Investitions-Volumen für die kommende Spielzeit entscheidet sich allerdings erst in der Partie am Sonnabend beim Karlsruher SC. Gewinnt der noch auf Rang vier liegende Berliner Fußball-Bundesligist beim Tabellenletzten KSC, sind auf jeden Fall Platz drei und damit verbunden mindestens 2,5 Millionen Euro Erlös aus dem kommenden internationalen Wettbewerb sicher.

Helfen die derzeit vor Hertha stehenden FC Bayern und VfB Stuttgart mit einem Remis im direkten Duell, würde der Hauptstadtclub auf Rang zwei und damit direkt in die Champions League rutschen, was zwischen 15 und 20 Millionen Euro garantiert. „Wir haben noch die große Chance, Mehreinnahmen zu erzielen“, brachte Ingo Schiller, der für die Finanzen zuständige Geschäftsführer, die Lage auf dem Punkt.

Denn die bisher eher konservative Planung für 2009/2010 sieht ohne Einnahmen aus dem Europacup nur einen Etat von 75,6 Millionen Euro vor. Die Personalausgaben, in der laufenden Saison auf 33,6 Millionen Euro gestiegen, sind wieder auf 28 Millionen Euro festgeschrieben. Fünf Millionen Euro sollen aus Transfers erlöst werden, „weil unser Ziel ein ausgeglichener Etat ist“, berichtete Schiller. Nur wenn die Einnahmen steigen, könnte dies anders ausgeglichen werden. Also sind die Investitionen auch in neue Spieler wesentlich abhängig vom Spiel in Karlsruhe, bestätigte Schiller, der die Feinplanungen erst nach dem erreichten Saison-Ergebnis angehen wird.

Neue Europa League garantiert Millionen

Platz drei garantiert Hertha auf jeden Fall die Playoff-Runde zur Champions-League, aus der rund eine Million Euro zu erlösen wären. Selbst wenn der Sprung in die Königsklasse nicht gelingt, würden die Berliner direkt in die Gruppenphase der neuen Europa League gehen, die rund 1,5 Millionen Euro wert ist. Dazu kämen noch Mehreinnahmen aus der sogenannten Platzierungs-Prämie durch die Deutsche Fußball- Liga: Für den vierten Platz zahlt die DFL eine Million Euro, für den dritten Rang schon zwei und für Platz zwei sogar drei Millionen Euro.