Fußball

Pantelic stellt Hertha-Abschied wieder infrage

Obwohl sein Abgang beschlossen ist, hofft der serbische Stürmer noch immer auf einen neuen Vertrag bei den Berlinern. Bei "Querpass", dem Hertha-Talk der Morgenpost bei TV.Berlin, sprach er zum ersten Mal offen über die zahlreichen Spekulationen, die es um ihn gegeben hat.

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Hertha-Stürmer Pantelic will bleiben

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Anfang kommender Woche hat Marko Pantelic einen wichtigen Termin. Gattin Tijana ist hochschwanger, Montag oder Dienstag soll das zweite Kind des Paares zur Welt kommen. Junge oder Mädchen? „Ich weiß es nicht“, sagt Pantelic, „ich glaube, es wird ein Mädchen.“ Es ist nicht die einzige Ungewissheit dieser Tage für den Stürmer von Hertha BSC. Wo er von der kommenden Saison an spielen wird? „Ich weiß es nicht“, sagt Pantelic wieder – und beteuert, dass das „die Wahrheit“ ist und nicht das branchenübliche Täuschungsmanöver eines Profis, der bei Ablauf seines Vertrages noch nicht den Namen seines künftigen Arbeitgebers bekannt geben will.

Dürfte Pantelic indessen frei wählen – sein Wunschverein ist und bleibt Hertha BSC. „Ich liebe diesen Verein seit vier Jahren, und wenn ich bei einem Klub aus meinem tiefsten Herzen unterschreibe, dann ist das Hertha“, sagte er bei „Querpass“, dem Hertha-Talk der Morgenpost bei TV.Berlin.

Erstmals sprach Pantelic in dem neu eingerichteten Studio in der Axel-Springer-Passage offen über die zahlreichen Spekulationen, die es in der Vergangenheit beinahe täglich um seine Person und seinen Verbleib in Berlin gegeben hatte. So habe ihm Hertha vor einem Jahr einen Vertrag angeboten. An dieser Offerte missfiel Pantelic nicht das Jahresgehalt von 3,6 Millionen Euro. Dafür aber die Laufzeit: Maximal für drei Jahre wollte Hertha verlängern, Pantelic fand das „nicht korrekt“. Ein Dreijahresvertrag widersprach mit damals 29 seiner Lebensplanung. Pantelic, das hinsichtlich Alter und Laufzeit vergleichbare Beispiel Josip Simunic vor Augen, wollte für fünf Jahre verlängern.

Die Geschichte seiner Forderung nach einem Zehnjahresvertrag, von denen Pantelic drei als Spieler und sieben als Sportdirektor verbringen wollte, erklärte er so: „Ich habe gesagt: Okay, Hertha hat wenig Geld. Ich kann das akzeptieren, dann spiele ich für weniger Geld, für viel weniger, als ich bei anderen Vereinen verdienen kann. Dafür muss es im Gegenzug ein sehr langer Vertrag sein, vielleicht mit der Option, dass ich später für den Verein arbeiten kann. Das war von mir in dieser Situation sehr korrekt.“

Favre ist der neue starke Mann

All das ist Geschichte. Längst hat Pantelic mehr als nur eine Ahnung, dass er Berlin sehr bald verlassen muss. Ohne den Namen zu erwähnen, ist es Lucien Favre, von dem der Stürmer sagt: „Jeder bei Hertha BSC muss die Entscheidung von einem Mann akzeptieren“. Der Trainer ist der neue starke Mann im Verein, und er bleibt seiner Linie treu und spricht sich unverändert gegen einen neuen Vertrag für den besten Stürmer der vergangenen vier Jahre aus. 113 Spiele hat Pantelic in der Bundesliga für die Blau-Weißen bestritten, 45 Tore erzielt. Aber für Favre zählen in diesem Fall nicht die harten Fakten, sondern dies: Pantelic ist ihm läuferisch zu schwach und zu wenig Teamplayer obendrein.

Wenngleich er weiß, dass alles Werben umsonst ist, so wirbt Pantelic noch immer für sich: Er, der vermeintliche Solokünstler, habe – und das nicht erst zuletzt – zahlreiche Tore vorbereitet; und anders als Sturmkollege Andrey Voronin hat er sich vom Boulevard auch zu seinen erfolgreichsten Zeiten nie mit Zepter und Krone als „König von Berlin“ in Szene setzen lassen.

Ein Spiel verbleibt Pantelic nun noch im Berliner Trikot. Sofort nach Saisonende und der Niederkunft seiner Frau wird er zum serbischen Nationalteam abreisen. Zuvor will er mit Hertha die Champions League erreichen; zum Abschied wäre es – nach der verpassten Meisterschaft – für ihn die Krönung von vier Jahren, in denen Pantelic den langsamen Aufschwung des Hauptstadt-Klubs hautnah miterlebt hat. Und dann? „Ich weiß es nicht“, sagt Pantelic noch einmal. Interessenten, ja, die gibt es. „Aber ich habe das alles auf die Zeit nach Saisonende verschoben. Vielleicht spreche ich mit Hertha noch mal, vielleicht verabschieden wir uns auch nur voneinander und wünschen uns für die Zukunft alles Gute.“