Einigung

Hertha BSC zahlt Favre 450.000 Euro Abfindung

Die einst so glückliche, im Herbst 2009 zerbrochene Ehe von Hertha BSC und Ex-Trainer Lucien Favre ist nun auch formal geschieden. Beide Seiten einigten sich am Montag vor dem DFB-Schiedsgericht in Frankfurt auf ein einvernehmliches Ende des Arbeitsverhältnisses mit sofortiger Wirkung - und auf eine Abfindung.

Ein auffallend sonnengebräunter Lucien Favre verließ die Verbandszentrale in Frankfurt nach dem Schiedsspruch durch DFB-Justiziar Götz Eilers bei bester Laune, er lachte und scherzte mit wartenden Fotografen. Dabei wurde seine Forderung nach Abfindung in siebenstelliger Höhe nur zu etwa einem Drittel erfüllt. 1,2 Millionen Euro hätten dem Schweizer nach einer Beurlaubung bis Saisonende zugestanden. Nach Informationen von Morgenpost Online zahlt Hertha nur 450.000 Euro.

Schon eher verständlich ist angesichts dessen, weshalb Herthas Finanzgeschäftsführer Ingo Schiller glücklich mit dem Ausgang des Termins war. „Wir waren nicht gezwungen, hier zu einer Einigung zu kommen und hätten dem Schiedsspruch nicht zugestimmt, wenn wir nicht zufrieden gewesen wären“, stellte er klar.

Der Kompromiss dient beiden Seiten. Hertha spart Geld, gleichzeitig ist von Favre der Makel einer fristlosen Kündigung genommen, wie sie im Fußballgeschäft selten ist. Eine solche hatte der Klub im Oktober 2009 ausgesprochen. Grund hierfür waren als „vereinsschädigend“ interpretierte Aussagen während jener Aufsehen erregenden privaten Pressekonferenz, die Favre am 5. Oktober (eine Woche nach seiner Beurlaubung) im Beisein seiner „Berater“ Christoph Graf und Jose Noguera im Hotel Adlon abgehalten hatte.

Vorbereitet hatten den Showdown Hertha-Präsident Werner Gegenbauer und Favre vor einigen Tagen bei einem geheim gehaltenen Treffen in Berlin. Der allseitige Tenor war, dass die seit der Trennung vergangene Zeit den nun erreichten Kompromiss leichter möglich machte.

Favre ist ab sofort frei für eine neue Herausforderung. Für Hertha gilt, was Schiller sagt: „Wir können uns wieder ganz auf die wichtigen Aufgaben konzentrieren, die vor uns liegen.“