Hertha-Interview

Warum Dieter Hoeneß Hertha BSC "cool" findet

Noch 15 Minuten nach dem 1:0 gegen Bayer Leverkusen stand Hertha-Manager Dieter Hoeneß auf dem Rasen des Olympiastadions und genoss den Erfolg. Mit Morgenpost Online sprach er über die Euphorie in der Hauptstadt und wie man die Bodenhaftung nicht verliert.

Morgenpost Online: Herr Hoeneß, Berlin ist im Hertha-Fieber. Gegen Leverkusen waren 58 753 Zuschauer im Stadion.

Dieter Hoeneß: Es ist schön, dass diese Bewegung eingetreten ist. Alle genießen das, ich natürlich auch. Die Berliner sind stolz. Das waren sie vorher auch schon, aber es hatte noch nicht dazu geführt, dass wir mehr Karten verkaufen. Der Sieg in Cottbus vor einer Woche war dafür eine Initialzündung. Gegen unsere restlichen Gegner wie zum Beispiel Schalke und Bremen haben wir auch schon viele Karten verkauft.

Morgenpost Online: Hertha hat schon elf Spiele mit einem Tor Vorsprung gewonnen. Was sind Gründe dieser Effektivität?

Dieter Hoeneß: Da steckt System dahinter, das zeugt von Qualität. Wir haben eine sehr gute Struktur in der Mannschaft. Das Spiel heute war keine Partie für Genießer. Aber wir waren geduldig und haben es cool zu Ende gespielt.

Morgenpost Online: Das Offensivspiel war gegen Bayer allerdings nicht so überzeugend.

Dieter Hoeneß: Mit der ersten Halbzeit bin ich nicht zufrieden. Unter dem Strich ist der Sieg aber verdient. Es ging ja nicht darum, einen Schönheitspreis zu gewinnen. Sondern darum, uns einen Konkurrenten vom Leib zu halten. Das haben wir geschafft.

Morgenpost Online: Mit 49 Punkten ist Hertha weiter Tabellenführer. Als Ziel haben Sie und der Trainer die Qualifikation für den Uefa-Pokal ausgegeben. Bleibt es dabei?

Dieter Hoeneß: Wir sind gut beraten, unseren Weg nicht zu verlassen. Es ergibt keinen Sinn, überheblich zu werden. Derzeit macht es richtig Spaß, die Situation ist toll. Dennoch bleibt es eine Momentaufnahme.