Hertha BSC

Drobny hat den Fehler von Cottbus verarbeitet

Der tschechische Torwart von Hertha BSC hat in dem fulminanten Derby gegen Cottbus am vergangenen Wochenende einmal gepatzt - als er das Führungstor der Cottbuser ins Netz ließ. Doch inzwischen hat Drobny seinen Fehler verkraftet. Auch, weil er ansonsten in dieser Saison Großartiges geleistet hat.

Jaroslav Drobny hatte sich für die letzte Übung den falschen Partner ausgesucht. Der Torwart von Hertha BSC wollte zum Abschluss der kurzen Vormittagseinheit noch ein paar Schüsse halten, Marko Pantelic, Torjäger im Wartestand, hingegen wenigstens im Training nachweisen, dass er noch immer der Alte ist - also köpfte und schoss er Drobny im Duell Mann gegen Mann mit gnadenloser Präzision Ball um Ball ins Netz.

Bleibende Schäden an der Psyche des Tschechen stehen deswegen nicht zu erwarten. Gegentore im Training "sind normal", sagt Drobny, und überhaupt ist er bis hierhin zufrieden mit dem Verlauf seiner Arbeitswoche: "Alles normal: Wir haben hart trainiert, ich fühle mich gut und bin zuversichtlich für das Spiel gegen Leverkusen." Wer Zweifel hatte: Den Fehler, der in Cottbus zum Rückstand führte, als er einen Freistoß aus über 20 Metern durch die Beine rutschen ließ, hat Drobny verarbeitet.

Keine Aufbauarbeit nötig

Noch nicht einmal musste Lucien Favre Aufbauarbeit leisten. "Wir haben nicht darüber gesprochen", sagt Berlins Trainer: "Das war nicht nötig, Jaro ist schon groß."

Und Fehler haben bei Drobny in dieser Saison ohnehin Seltenheitswert - auch deshalb war der Fauxpas vom vergangenen Wochenende so auffällig. Morgen erhält Drobny Gelegenheit zur Wiedergutmachung. Mit Bayer Leverkusen kommt ein Lieblingsgegner des Torhüters ins Olympiastadion. Mit dem VfL Bochum, seinem ersten Arbeitgeber in der Bundesliga, feierte er in der Saison 2006/07 ein deutliches 4:1 in Leverkusen, auch mit Hertha ist er in der BayArena bis jetzt unbesiegt. Vergangene Saison gewannen die Berliner 2:1 und in der laufenden Saison - trotz 2:23 Torschüssen - 1:0.

In diesem Spiel, sagte Favre begeistert, habe Drobny "wie Jesus gehalten". Diesen Beinamen mag der Tscheche jedoch gar nicht gern - ebenso wenig wie die Erinnerung an das Heimspiel der vergangenen Saison gegen Leverkusen: Da verloren Hertha und Drobny 0:3. Mehr noch als den Patzer von Cottbus will der Torhüter diese Schmach wiedergutmachen.