Uefa-Cup

Hertha BSC genügt in Dublin eine Nullnummer

Ein tor- und trostloses Remis in Dublin hat Hertha BSC erst einmal vor dem Absturz in eine sportliche Krise bewahrt. Die Berliner verteidigten im Uefa-Pokal-Rückspiel der ersten Runde mit dem 0:0 bei St. Patrick's Athletic den 2:0-Vorsprung aus dem Hinspiel und stehen erstmals seit drei Jahren wieder in der Gruppenphase.

Herthas Spieler staunten nicht schlecht. Minutenlang standen sie im Regen auf dem Platz und sahen zu, wie 5000 Fans die Mannschaft von St. Patrick's Athletic feierten. Dabei waren die Iren aus dem Uefa-Cup ausgeschieden. Dem Bundesligisten reichte im Rückspiel der ersten Uefa-Cup-Runde ein 0:0. Nach dem 2:0 im Hinspiel hatten sich die Berliner wie angestrebt für die Gruppenphase im Uefa-Cup qualifiziert. Dennoch feierten die Anhänger in Dublin ihr Team, das den Favoriten aus Deutschland mehrfach ins Wanken, aber nichts zum Stürzen gebracht hatte. „Es war das erwartet schwierige Spiel, aber ich bin mit dem Ergebnis zufrieden“, sagte Hertha-Trainer Lucien Favre.

Wie groß die Anspannung beim Hauptstadt-Klub nach den vorangegangenen zwei Niederlagen gewesen war, war später fast jedem Statement zu entnehmen. „Das war keine Wiedergutmachung“, sagte Kapitän Arne Friedrich, „aber das Ergebnis bringt Ruhe. Man sieht, dass einige verunsichert sind. Wir müssen uns Stück für Stück aus dem Sumpf rausarbeiten.“

Hertha bestand die Prüfung auf dem tiefen Boden im Royal Dublin Ground ohne Marko Pantelic. Eine Oberschenkel-Verhärtung setzte den Torjäger außer Gefecht. Ob er am Samstag in der Bundesliga in Leverkusen wieder fit ist, bleibt abzuwarten.

Trotz des Ausfalls ging Hertha die wichtige Partie offensiv an. Trainer Favre hatte sich für ein 3-4-3-System entschieden. Nur die Mannschaft von Hertha schien die taktische Marschroute nicht als Aufforderung verstanden zu haben, auf einen Torerfolg zu spielen. Im Wissen um den Hinspiel-Vorsprung verlegten sich die Gäste auf Sicherung des eigenen Tores. Der Ball wurde gemächlich von rechts nach links und wieder zurück geschoben. Auch die Gastgeber waren zunächst nicht in der Lage, den angekündigten „Orkan“ zu entfachen, mit dem der Bundesligist hinweg gefegt werden sollte. Stattdessen entwickelte sich eine Partie mit vielen Zweikämpfen, vielen Ballverlusten und wenigen Kombinationen. Glück hatte Hertha, dass Schiedsrichter Michail Koukoulakis (Griechenland) ein Handspiel von Fabian Lustenberger übersah, sonst hätte es Elfmeter gegeben (39.). Hertha-Präsident Werner Gegenbauer sagte: „Die erste Hälfte war ein Gruselkick. Die zweite dafür umso interessanter.“

Ob es am einsetzenden Regen lag? In jedem Fall wurde nun Fußball gespielt. Gleich zwei Gelegenheiten ließ Hertha ungenutzt. Einen Cicero-Schuss entschärfte Torwart Ryan (47.). Woronin jagte freistehend den Ball übers Gehäuse (52.).

Dann war das Schicksal mit Hertha: Ein 16-Meter-Flachschuss von Fahey prallte vom Innenpfosten zurück (60.), nach 75 Minuten traf Dempsey das Aluminium. Dazwischen durften sich die Berliner bei ihrem Torwart bedanken. Gegen den frei vor ihm auftauchenden Guy blieb Drobny lange stehen, klärte mit einer spektakulären Fußparade (62.).

Am Rande sorgte der derzeit nicht überzeugende Raffael für Aufsehen. Genervt über seine Auswechslung gegen Valeri Domovchiyski trat der sonst so stille Brasilianer eine Wasserflasche gegen die Bande (65.). Favre war nicht beeindruckt: „Raffa muss sich selber fragen, warum er ausgewechselt worden ist.“