Hertha BSC

„Valentin Stocker wird sich in der Bundesliga durchsetzen“

Schweiz-Experte Harald Gämperle lobt den Königstransfer von Hertha. Die Berliner überweisen für den Offensivspieler 3,12 Millionen Euro. Der FC Basel verabschiedete sich emotional von Stocker.

Foto: Hertha BSC

Am Ende flossen Tränen. Die Fans und die Vereinsführung des FC Basel bereiteten Valentin Stocker einen emotionalen Abschied. Nach sechs Meistertiteln und drei Pokalsiegen wechselt Stocker, 25, in die Bundesliga zu Hertha BSC. Das gaben beide Vereine zeitgleich bekannt. Bernhard Heusler, Präsident des SCB bedankte sich für die Zusammenarbeit und sagte: „Der FC Basel verliert auf und neben dem Platz eine herausragende Persönlichkeit, wollte seinem hoch verdienten Spieler aber den neuen Karriereschritt in eine höher eingestufte Liga nicht verwehren.“

Von den Anhängern des FCB gab es viel Beifall. Wie bereits vermeldet, erhält der Schweizer Nationalspieler bei Hertha einen Vier-Jahres-Vertrag. 3,12 Millionen Euro muss Hertha berappen. So viel Geld konnte Manager Michael Preetz in seiner Amtszeit seit 2009 noch nie ausgeben. Wie oft bei solchen Verträgen gibt es Zusatzvereinbarungen. Über die Vertragslaufzeit bis Sommer 2018 kann der FC Basel auf eine weitere Million Euro hoffen.

Stocker ist im Strafraum sehr präsent

Die Zahlen dieser Saison erklären Herthas Königstransfer ein wenig. 13 Tore und sieben Assists sind in der Schweizer Liga vermerkt. Dazu hat Stocker zehn Einsätze in der Champions League gehabt und fünf in der Europa League. In der Nationalmannschaft von Ottmar Hitzfeld ist Stocker (22 Länderspiele) Stammkraft.

Die Morgenpost wollte es genauer wissen. Und hat Harald Gämperle gefragt. Der hält aus seiner Zeit als Cotrainer von Lucien Favre (2007 bis 2009) nach wie vor Kontakt zu Hertha. Ist aber als Cotrainer der Young Boys Bern vor allem ein intimer Kenner der Schweizer Szene. „Als erstes möchte ich Hertha BSC zu einem tollen Spieler gratulieren“, sagt Gämperle. „Ich habe keine Zweifel, dass Valentin Stocker sich in der Bundesliga durchsetzen wird.“ Gämperle beschreibt Stocker als „technisch sehr gut. Er ist beidfüßig und hat ein ordentliches Kopfballspiel.“ Befragt, ob der Neue eine Hertha-Schwäche der Rückrunde, die der mangelnden Torgefahr, beheben kann, antwortet Gämperle. „Sobald er im Strafraum ist, ist er sehr präsent. Stocker sucht immer den Abschluss. Er hat ein gutes Durchsetzungsvermögen und auch mit Ball eine gute Beschleunigung.“

Stocker als Spezialist für ruhende Bälle

Gämperle verfolgt nach wie vor die Spiele von Hertha. „Er passt von seiner Anlage her zur Mannschaft von Jos Luhukay. Valentin kann mit zwei Kontakten und auch mit einem Kontakt spielen.“ Zudem hat Hertha mit Stocker einen Spezialisten für ruhende Bälle verpflichtet. „Beim FC Basel hat Stocker fast alle Standards ausgeführt.“ Gämperle ist ein wenig verwundert, dass Stocker nicht schon längst in der Bundesliga gelandet ist. „Es wird Zeit, dass er jetzt den Sprung macht.“

Hertha-Manager Michael Preetz beschreibt Stocker als einen Typen, der gewisse Ähnlichkeiten mit seinem Kumpel aus Jugendtagen habe, mit Hertha-Kapitän Fabian Lustenberger: „Korrekt, smart und intelligent. Jemand, der aus bürgerlichen Verhältnissen kommt.“

Gämperle berichtet, dass Stocker in den sechs Jahren beim FC Basel „zu einer Persönlichkeit gereift ist. Er ist Vizekapitän, hat dazu mittlerweile einige internationale Erfahrung gesammelt.“ Wenn es einen Zweifel gibt, dann den, ob Stocker körperlich robust genug für die Bundesliga ist.

Nun steht Änis Ben-Hatira unter Druck

Bleibt die Frage, wer bei Hertha Platz machen muss für Stocker. Grundsätzlich ist der Schweizer auf diversen Positionen einsetzbar: auf der rechten Seite im Mittelfeld, zentral oder als zweite Spitze. Seine Lieblingsposition jedoch ist die linke Außenbahn. Dort, wo sich Hertha seit zwei Jahren wünscht, dass Änis Ben-Hatira konstante Leistungen bringen möge.

Von Selbstverständnis seines Umfeldes her, wird Ben-Hatira als Star seiner Mannschaft angesehen. Doch nach einer ordentlichen ersten Saisondrittel kam Ben-Hatira, wieder einmal gehandicapt durch Verletzungen, nicht mehr in Schwung. Ben-Hatira sieht sich sicher nicht als Ersatzmann. Ungeachtet seines Vertrages bis 2016 wird die Luft für Ben-Hatira dünn bei Hertha.