Bundesliga

Warum es für Hertha besser ist, wenn der HSV absteigt

Am letzten Bundesliga-Spieltag geht es für die Berliner und andere noch um eine Verbesserung in der TV-Geldtabelle. Langfristig betrachtet aber muss Hertha hoffen, dass der HSV und Nürnberg absteigen.

Foto: Carmen Jaspersen / dpa

Der letzte Bundesligaspieltag wird spannend. Glauben Sie nicht? Oben ist fast alles entschieden, und unten mag man ob der Trostlosigkeit nicht hinsehen? Für Hertha auf Platz zehn geht es schließlich um gar nichts mehr? Falsch. Es geht noch um Tabellen-Plätze, und die können Millionen Euro wert sein – in der Fernsehgeld-Tabelle.

Das Ranking der TV-Gelder ist eine Fünf-Jahres-Wertung des sportlichen Abschneidens seit der Saison 2009/10 – und jeder Tabellenplatz ist knapp eine Million Euro wert. In sie fließen das Abschneiden in Bundesliga und Zweiter Liga ein, Platz eins in der Bundesliga ist dabei 36 Punkte wert, Rang 18 in Liga zwei einen Zähler.

Die Spielzeiten werden unterschiedlich gewichtet: Die am längsten zurückliegende mit dem Faktor eins bis hin zu Faktor fünf für die an diesem Wochenende zu Ende gehende Saison 2013/14.

Und das bedeutet: Für manche Klubs wie Werder Bremen und Eintracht Frankfurt sind Verschiebungen um bis zur vier Plätze möglich – also um fast vier Millionen Euro. Das ist eine Premiere, denn die für die Auszahlung zuständige Deutsche Fußball Liga (DFL) änderte die Berechnung vor dieser Saison: Während bisher der Durchschnittswert der entsprechenden Saison in die Tabelle einfloss, auf den der letzte Spieltag nur einen Einfluss von einem Vierunddreißigstel (2,94 Prozent) hatte, wird die aktuelle Spielzeit nun erstmals nur anhand der Abschlussplatzierung bewertet.

Für Hertha ist die Änderung der DFL-Regeln ungünstig. Weil nach der bisherigen Rechnung die schlechte Abstiegssaison 2009/10 ab Sommer aus der Wertung gefallen wäre. Dass passiert nun nicht: Die TV-Gelder 2014/15 werden nach dem Schlüssel von 2013/14 berechnet. Kurzfristig wird Hertha also nicht mehr Geld bekommen. In diesem Jahr sind es 17,6 Millionen Euro.

Langfristig betrachtet aber muss Hertha hoffen, dass der HSV und Nürnberg absteigen – Klubs also mit längerer Erstliga-Zugehörigkeit (mehr TV-Geldpunkte) in den letzten fünf Jahren als die Berliner. Für Hertha günstig wäre zudem, wenn Vereine wie Paderborn oder Fürth aufsteigen, die weniger Erstligajahre haben. Ärgerlich für Hertha ist, dass Augsburg, der direkte Nachbar in der TV-Geldtabelle, auch in der Bundesligatabelle vor den Berlinern liegt. Am letzten Spieltag wäre es gut, wenn Hertha Platz zehn sichern oder noch Platz neun erreichen würde. Das könnte sich dann zur Saison 2015/16 auszahlen.