Bundesliga

Herthas Allagui kehrt mit Respekt nach Mainz zurück

Ab sofort gilt die Konzentration bei Hertha BSC dem 23. Bundesliga-Spieltag in Mainz. Für Sami Allagui wird es eine Rückkehr. Von 2010 bis 2012 stürmte er für den FSV.

Foto: INA FASSBENDER / REUTERS

Erleichterung bei Jos Luhukay. Der Trainer von Hertha BSC schaute genau hin. Aber die Nationalspieler, die seit Wochenbeginn auf Reisen waren, kehrten wohlbehalten zurück.

Hajime „Mr. Miles & more“ Hosogai trabte gelassen seine Runden um den Platz, Herthas Mittelfeldspieler hatte in Tokio mit Japan gespielt (4:2 gegen Neuseeland). Die Norweger Per Skjelbred und Rune Jarstein sowie der Slowake Peter Pekarik waren dabei. Adrian Ramos, der für Kolumbien sein 23. Länderspiel bestritten hatte (1:1 gegen Tunesien), kam etwas später zurück und ließ sich in der Kabine behandeln.

Herthas momentan bester Torschütze (14 Treffer) freute über die Einschätzung seines Nationaltrainers: „José Pekermann ist ein Mann, der viel Respekt genießt. Sein Urteil ist wichtig. Er sagte zu uns allen, dass wir weiter ganz hart arbeiten müssen. In unseren Vereinen. Ich bei Hertha BSC auch. Die Entscheidung, wer mitfährt nach Brasilien, wird erst kurz vor dem Turnier bekanntgegeben.“

Allagui sah Spiel im Livestream

Einer, der diesmal nicht eingeladen war, aber sehr wohl die Strapazen von Länderspiel-Reisen kennt, war zufrieden mit der Spielplanung der Deutschen Fußball-Liga. „In dieser Woche ist der eine Tag Gold wert“, sagte Sami Allagui mit Blick auf die Ansetzung von Herthas Auswärtsspiel beim FSV Mainz erst am Sonntag (17.30 Uhr).

Allagui, der zuletzt in der WM-Qualifikation für Tunesien im Einsatz war, hatte die Partie seiner Nationalmannschaft gegen Kolumbien im Livestream im Internet verfolgt. Bei der Frage, wie froh er war, dass Hertha-Teamkollege Ramos in der allerletzten Minute den Ball am tunesischen Tor vorbei gespitzelt hatte, schmunzelt er. „Das war zwiespältig“, sagte Allagui. „Persönlich hätte ich Adrian das Tor gegönnt. Aber für unsere neu formierte Mannschaft war es wichtig, dass wir gegen eine so starke Mannschaft wie Kolumbien nicht verloren haben.“

Hosogai berichtete, er habe auf dem Rückflug aus Tokio mit Shinji Okazaki gesprochen. Der Torjäger des FSV Mainz hatte auch für die japanische Elf zwei Treffer erzielt. Resultat der Besprechung sei gewesen, so Hosogai auf Deutsch: „Sieg Hertha, alle drei Punkte für uns.“

Ab sofort gilt die Konzentration bei Hertha dem 23. Bundesliga-Spieltag. Für Allagui wird es eine Rückkehr. Von 2010 bis 2012 stürmte er für den FSV. „Das wird besonders. Ich gehe zum ersten Mal in die Gästekabine, und auf dem Platz stehen mir viele bekannte Gesichter gegenüber.“ Mainz ist die Überraschungsmannschaft der Rückrunde, hat wie Dortmund und Schalke 2014 bereits 13 Punkte geholt und liegt Rang sechs.

Dem Aufsteiger fehlt die Frische

Herthas Rückrunde (sieben Zähler) läuft bisher nicht so spektakulär. Der Aufsteiger wirkte zuletzt nicht mehr so frisch und dynamisch wie in der erfolgreichen Hinrunde. Dennoch kann der Hauptstadt-Klub Mainz mit einem Sieg überholen. Allagui setzt auf die bekannte Auswärtsstärke der Blau-Weißen. „In Hamburg und in Stuttgart, da standen beide Gegner extrem unter Druck. Das waren schwierige Spiele, trotzdem haben wir gewonnen.“ Auch ihm hat der letzte Auftritt im Olympiastadion, das 0:0 gegen Freiburg, nicht gefallen, „eine zähe Angelegenheit“.

Trainer Luhukay hofft auf die Defensivstärke seiner Mannschaft. Hertha stellt mit 27 Gegentoren die drittbeste Abwehr der Liga. Und Allagui möchte an die Begegnung der Hinserie anknüpfen. Da war der Stürmer als Einwechselspieler der beste Mann auf dem Platz, drehte einen 0:1-Rückstand mit zwei Toren, am Ende gewann Hertha mit 3:1. Allaguis Kommentar zum Sonntagsspiel: „Das kann gerne noch mal so ablaufen.“