Hertha BSC

Hertha-Star Ronny muss 44.000 Euro Strafe zahlen

Mit einem Geländewagen fuhr Hertha-Star Ronny in Berlin Schlangenlinien. Als Polizisten eine Blutprobe haben wollten, weigerte er sich. Nun muss der Brasilianer eine saftige Strafe zahlen.

Foto: Ole Spata / dpa

Ronny hat mal wieder Ärger mit der Berliner Polizei: Weil der Mittelfeldspieler von Hertha BSC unter Alkoholeinfluss Auto fuhr, muss er laut einem Bericht der „Bild“ nun 44.000 Euro zahlen.

Erlaubt hat sich der Brasilianer den Fehltritt am 5. Februar 2013. Um vier Uhr morgens an einem trainingsfreien Tag nach einem 5:1-Erfolg bei Jahn Regensburg fällt der Brasilianer einer Polizeistreife in Mitte auf, weil er in seinem weißen Audi Q7 zu langsam und in Schlangenlinien fährt. Ein Unfall kann nur mit Glück vermieden werden, heißt es in einem Polizeiprotokoll.

Die Beamten stoppen den Wagen, lassen Ronny aussteigen und bemerken Alkoholgeruch im Atem des Profis. Zur Alkoholmessung wollen sie den 27-Jährigen mit auf die Wache nehmen, doch Ronny wehrt sich. Er wird überwältigt. Ein Blutabnahmetest auf der Wache ergibt einen Alkoholwert von 0,4 Promille.

Eigentlich gilt in Deutschland ein Fahrverbot erst ab einem Wert von 0,5 Promille. Ab einem Wert von 0,3 Promille kann allerdings eine relative Fahruntüchtigkeit gelten, wenn Anzeichen von Ausfallerscheinungen festgestellt werden wie Orientierungslosigkeit, Schlangenlinien oder Beeinträchtigung der Reaktionsfähigkeit.

Die Fahruntüchtigkeit wird individuell beurteilt. Ronny bekommt eine Anzeige wegen einer folgenlosen Trunkenheitsfahrt und Widerstand gegen die Vollstreckungsbeamten. Doch zum Prozess gegen den Hertha-Profi kommt es nicht: Am 22. Oktober wird das Strafverfahren mit Zustimmung des Gerichts nach einer Zahlung von 44.000 Euro eingestellt. Die Hälfte davon geht an eine gemeinnützige Einrichtung.

Fehltritte am Steuer

„Wir waren seinerzeit über den Vorgang unterrichtet, Ronny hatte uns sofort informiert. Das Ermittlungsverfahren wurde eingestellt. Von Seiten des Vereins gab es keinen weiteren Handlungsbedarf“, sagte Hertha-Pressesprecher Peter Bohmbach auf Anfrage.

Doch es ist nicht das erste Mal, dass Herthas Ronny Probleme mit Berliner Beamten hat: Schon am 9. Januar dieses Jahres, rund einen Monat vor dem Vorfall in Mitte, hielt ihn die Polizei in seinem Wagen an, weil er am Steuer telefonierte. Bei der Überprüfung des Kennzeichens stellten die Beamten jedoch fest, dass die Versicherungspolice für das Auto seit knapp drei Wochen nicht gezahlt wurde – ein Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz.

Ronnys Auto wurde stillgelegt, und er selbst musste in ein Taxi umsteigen. Später stellte sich heraus, dass es sich bei der nicht gezahlten Versicherungspolice um ein Versäumnis von Ronnys Beratungsagentur Fairplay Agency des Schweizer Agenten Dino Lamberti gehandelt hatte. Für reichlich Wirbel im Hertha-Umfeld sorgte die Geschichte damals dennoch.